Lesung und Diskussion „Generation Hoyerswerda – das Netzwerk militanter Neonazis in Brandenburg“

Lesung und Diskussion „Generation Hoyerswerda – das Netzwerk militanter Neonazis in Brandenburg“ mit der Herausgeberin Anna Spangenberg und Michael Weiss (Experte zum Thema RechtsRock).
Mittwoch, 15. Juni 2016 um 19.00 Uhr in der Bibliothek Eberswalde
Eintritt frei
Eine Veranstaltung des Kulturamtes Eberswalde im Rahmen der Reihe TOHUWABOHU – Anstiftungen zu Vielfalt und Verstehen.
Ein für das nächste Wochenende angekündigtes Nazi-Musikfestival auf dem Gelände des Rechtsextremisten Klaus Mann in Finowfurt (Gemeinde Schofrheide) wird nicht stattfinden. Siehe MOZ vom 6.6.2016.
Das Thema Nazis in Brandenburg ist aktuell. Die Rechtsextreme Szene ist vernetzt und vieles von dem, was heute passiert, lässt sich aus der Vergangenheit heraus erklären.
Auch in Eberswalde und Umgebung leben Menschen, die ganz verschiedene Kontakte in rechtsextreme Millieus pflegen. Subkulturen und insbesondere Musik tragen rechtsexteme Verstzstücke in die Breite und koppeln Menschen mehr oder weniger an einen Rechtsextremismus weit an von Parteien und Organisationen.
Rechtsextremismus bedeutet letztendlich immer Ausgrenzung, Hass und Gewalt.
Ankündigung zum Buch des Aktionsbündnis Brandenburg gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Gewalt:
Ein neues Buch beleuchtet, wie Brandenburger Neonazis in den 1990er Jahren Untergrundzellen aufbauten und Anschläge begingen. Betrachtet werden auch die Arbeit des Verfassungsschutzes und Verbindungen in das Netzwerk der Terrorgruppe NSU.
Brandanschläge, Morde und Überfälle – Rechte Gewalttäter verbreiteten schon in den 1990er-Jahren Angst und Schrecken im Land Brandenburg. Ihr Vorbild: »Hoyerswerda« – die sächsische Stadt, aus der 1991 nach schweren Krawallen alle Flüchtlinge evakuiert worden waren.
Das nun erschienene Buch zeichnet die Radikalisierung der brandenburgischen Neonazis nach. Dabei geraten auch die Rolle des Verfassungsschutzes und Verbindungen in das Netzwerk der Terrorgruppe NSU in den Fokus. Schließlich wird gezeigt, wie Neonazis der »Generation Hoyerswerda« heute die Proteste gegen Flüchtlingsheime anfachen: Droht eine Welle rechter Gewalt – mit Pogromszenen wie vor 25 Jahren?

Mitherausgeberin Anna Spangenberg ist Geschäftsführerin des Aktionsbündnisses gegen Gewalt, Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit.

Heike Kleffner (Hg.), Anna Spangenberg (Hg.)
Generation Hoyerswerda
Das Netzwerk militanter Neonazis in Brandenburg
Be.bra Verlag
304 Seiten, 40 Abbildungen
erschienen im Februar 2016
20 Euro (Bestellmöglichkeiten im Internet)
ISBN 978-3-89809-127-5

Informationen des Verlags zum Buch

Ein großer Verlust – Zum Tod von Gert Schramm (25.11.1928 – 18.04.2016)

Gert Schramms Tod ist ein großer Verlust – für seine Familie und Freunde, für Eberswalde und in der Arbeit für eine friedlichere Welt. Ein aufrechter Mensch und Zeitzeuge fehlt uns nun.
Wir trauern um Gert Schramm als einen innerlich starken Menschen, dessen Leben massiv bedroht war durch rassistischen Wahnsinn. Er ließ sich dadurch aber nicht beirren, ging aufrecht seinen Weg und berichtete 2011 in seinem Buch “Wer hat Angst vorm schwarzen Mann” anschaulich über sein Leben in Deutschland.
Als Sohn von Marianne Schramm und Jack Brankson (einem Schwarzen Stahlarbeiter aus Kalifornien mit kubanischen Wurzeln, dessen Spuren sich auf dem Weg in das KZ Auschwitz verlieren) wurde er in Erfurt geboren und wuchs in Thüringen auf. Mit 14 Jahren verhaftete und misshandelte ihn die Gestapo nur wegen seiner Hautfarbe. Im KZ Buchenwald ließen sie ihm die Häftlingsnummer 49489 in die Haut brennen. Ohne die Solidarität anderer Häftlinge hätte er die Schrecken des KZ nicht überlebt.
Seit 1964 lebte und wirkte Gert Schramm in Eberswalde, arbeitete in Bau- und Transportbetrieben, dann als selbständiger Taxiunternehmer. Er war ehrenamtlich aktiv in der Feuerwehr und in anderen Vereinigungen im Ort.
1990 endete in der Nacht zu Gert Schramms 62. Geburtstag eine rassistische Hetzjagd auf Schwarze in Eberswalde für Amadeu Antonio im Koma, aus dem dieser nicht mehr erwachte. Gert Schramm widersprach rassistischen Aussagen und rechtsextremen Tendenzen auf der Straße, im Betrieb und im Taxi, als Zeitzeuge in Schulen und Jugendklubs. Ihm war wichtig, dass gerade auch die Jüngeren erfahren, was in Deutschland möglich war – und bleibt, wenn dem Hass und der Gewalt zu leise widersprochen wird.
Auch darum arbeitete er bis zuletzt als Mitglied des Beirats ehemaliger Häftlinge des Konzentrationslagers Buchenwald für das Erinnern und unterstützte das Gedenken an Amadeu Antonio in Eberswalde. Im Dezember 2015, am Tag der Menschenrechte besuchte er im Amadeu-Antonio-Haus die Lesung “Mein Weg vom Kongo nach Europa” mit dem Aktivisten Emmanuel Mbolela, in dem es um Fluchtgründe und -bedingungen heute geht.
Im April 2014 ehrte Deutschland Gert Schramm mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande. In seiner Dankesrede dazu erinnerte er an den Schwur, den er als Überlebender des KZ Buchenwald am 19. April 1945 geleistet hatte, und der ihn verpflichte, sich einzusetzen für Frieden und Freiheit und dafür, dass die Schuldigen für nationalsozialistisches Unrecht  einer gerechten Strafe zugeführt werden. „Bis zu meinem Lebensende werde ich diesem Schwur folgen“, versicherte er und fügte hinzu: „Ich widme meine Aufklärungsarbeit der Jugend unseres Landes. Denn sie ist der Garant der Zukunft.“
Wir sind dankbar für einen so wahrhaftigen, aufrechten und aktiven Menschen.
Gert Schramm lebte 87 Jahre, 4 Monate und 24 Tage. Er überlebte die mörderische Diktatur, die ihn ausschließen und umbringen wollte, um mehr als 70 Jahre.
Rest in peace.
Unsere Anteilnahme gilt seinen Angehörigen.
Augusto Jone Munjunga für den Afrikanischen Kulturverein Palanca e.V., Eberswalde
Steffen Ehlert und Devrim Baran Dincer für die Barnimer Kampagne “Light me Amadeu”, Eberswalde
Florian Görner für das Jugendbündnis F.E.T.E. (Für ein tolerantes Eberswalde)
Dieter Gadischke und Heinrich Oehme für die Evangelische Jugendarbeit Barnim
Austen P. Brandt für Phoenix e.V. – Für eine Kultur der Verständigung, Duisburg

Ne Rinne fürs EXIL

Ne Rinne fürs EXIL from Moritz Springer on Vimeo.

Ihr erinnert euch. Wenn wir draußen im Regen standen bei so manchen Veranstaltungen, wie es goss aus der Regenrinne. Das ist nun vorbei.
Eigentlich wollten wir Geld für unsere Eigenanteile sammeln, das haben wir aber verpasst.
Aber weil das Video für das angedachte Crowdfunding so überaus bezeichnend ist, soll es hier gezeigt werden.
Moritz Springer drehte es für uns im Dezember.

 

Benefiz für den Flüchtlingsfonds Barnim Uckermark sammelt 780,00 Euro

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe TOHUWABOHU der Stadt Eberswalde fand am 22. März ein Benefizkonzert für den Flüchtlingsfonds der Bürgerstiftung Barnim Uckermark statt. Es spielte atemberaubend das Aletchko-Quartett zum Tanz auf und 780,00 Euro kamen für den Flüchtlingsfonds Barnim Uckermark zusammen.

Einfaches Fazit: Der Saal war voll, die Leute haben ausgelassen getanzt, und viele haben gern Geld für den Fonds da gelassen.

Die Spenden werden u.a. dazu dienen, die vielen Kinder, die aktuell in der Erstaufnahme in der Eisenbahnstraße leben, zu unterstützen. Es geht um erste Zugänge zu Bildung, die von Ehrenamtlichen organisiert und durchgeführt werden. Das aktuelle Zikusprojekt ist ein gutes Beispiel dafür. Am Freiwilligentag am 30. April werden wir genau daran angeküpften.

THOWABOHU ist eine Gemeinschaftsproduktion des Kulturamtes und insbesondere der städtischen Bibliothek, dem Amt für Bildung, Jugend und Sport mit dem Koordinator für das Bürgerbildungszentrum Amadeu Antonio, Martin Krause, und der Koordinierungsstelle für Toleranz Eberswalde.

Dienstag, 22. März 2016 ALETCHKO QUARTETT Benefizkonzert für den Flüchtlingsfonds Barnim – Uckermark

Beginn des Konzertes ist um 19.30 Uhr. Veranstaltungsort ist das Bürgerbildungszentrum Amadeu Antonio, Puschkinstraße 13 in 16225 Eberswalde. Der Saal öffnet um 19.00 Uhr. Das Konzert ist Teil der städtischen Veranstaltungsreihe TOHUWABOHU – Anstiften zu Vielfalt und Verstehen.

ZUM TANZ AUFFORDERNDE WELTMUSIK.

Die Geige ist für ihn Leidenschaft und Sprache. Der Multi-Kulti Violinist Aletchko erschafft durch seine Musik Welten. Seine musikalische Identität ist eine Mixtur aus den Rhythmen des Balkans und des Nahen Ostens und einer klassischen russischen Musikausbildung. Zehn Jahre lang lebte Aletchko in Israel und experimentierte mit Klezmer-Klängen und den arabischen Melodien des Nahen Ostens. Jetzt ist Alexey der Geiger im musikalischen Schmelztiegel Berlin angekommen. Auf der Bühne kreiert er zusammen mit dem Flamenco-Gitarristen Christian Varas, dem Funk-Bassisten Rafael Espinoza und dem Percussionisten Peter Kuhnsch eine einzigartige Atmosphäre von europäischer Virtuosität und mediterranem Temperament.

Zum Flüchtlingsfonds Barnim Uckermark der Bürgerstiftung Barnim Uckermark:

Der Fonds wird ausschließlich durch private Spenden, durch Erlöse aus Benefizveranstaltungen und durch Widmungen von Sonntagskollekten getragen.

Viele Menschen engagieren sich ehrenamtlich für Geflüchtete und suchen den Kontakt. Auch die zahlreichen Kleidungs- und Sachspenden helfen dabei, die Not zu lindern.  Doch vieles kann nicht oder nicht in ausreichendem Maße über Sachspenden gedeckt werden. Und nicht immer werden die gesetzlichen Leistungen der Landkreise oder der Krankenkassen dem Hilfebedarf gerecht. Dies gilt etwa für Kinderbekleidung, Unterwäsche, Schlafkleidung und Schuhe, auch für Schulbedarf, nicht verschreibungspflichtige Medikamente und medizinische Hilfsmittel, Kosten für Dolmetscher oder die Beschaffung von Dokumenten.

Nutzen Sie die Gelegenheit mit uns zu feiern, und spenden Sie am 22.03. für den Flüchtlingsfonds Barnim Uckermark der Bürgerstiftung Barnim Uckermark.

Es gibt die Möglichkeit online zu spenden. Nutzen Sie dafür dieses FORMULAR.

Das Fremde – zwischen Angst und Mitgefühl

OZON unterwegs am 29.02.2016  um 22.15 Uhr im rbb-Fernsehen

Vorurteile gegenüber Fremden, sagen Wissenschaftler, entstehen aus kindlichen Prägungen, sozialen Ängsten, gestörter Identität, aber auch völkischer Propaganda wie die der Nazis.  Es gibt viele Gründe, weshalb seit Herbst 2014 Menschen vor allem in Ostdeutschland auf die Straße gehen, längst nicht alle ihre Forderungen sind fremdenfeindlich oder rassistisch. Doch Sprache und Denken radikalisieren sich. Was hat das mit der DDR-Geschichte zu tun? Droht eine Spaltung der Gesellschaft? Um die zu verhindern, setzt der Chef der Landeszentrale für politische Bildung in Sachsen, Frank Richter, auf Dialog. Die Dresdner Kreuzkirche öffnet dafür ihr Tore, vielerorts gibt es Bürgergespräche. Und das Brandenburgische Eberswalde hat die Erfahrung gemacht, dass Fremdenfeindlichkeit erst zurückgedrängt werden kann,  wenn Politik und Staatsmacht klar dagegen vorgehen. Hier starb vor 25 Jahren der Angolaner Amadeu Antonio durch einen rassistischen Überfall. Heute ist Eberswalde eine Stadt der Toleranz. Ein Miteinander verschiedenster Nationalitäten wird im Comenius-Garten in Berlin-Neukölln gelebt, einer Insel im Meer von hitzigen Debatten über die Integration von Zugezogenen.

Pressetext des rbb

Anti-Rassismus-Training mit Phoenix e.V., 16 h Kurs (für Angehörige der deutschen Mehrheitsgesellschaft)

Termine und Orte:

Grundschule Schwärzesee, Kyritzer Straße 29 in 16227 Eberswalde

  • Donnerstag, 10. März von 14.00 Uhr – 18.30 Uhr
  • Freitag, 11. März von 14.00 Uhr – 18.30 Uhr

Bürgerbildungszentrum Amadeu Antonio, Puschkinstraße 13 in 16225 Eberswalde

  • Samstag, 12. März von 9.00 Uhr – 18.30 Uhr (mit Mittagspause)

Referent*innen: Ute von Essen, Merih Ergün

Mit einem Anti-Rassismus-Training sollen Unterstützer*innen von Kinder und Jugendlichen mit Fluchterfahrung im Umfeld von Schulen / Bildungseinrichtungen und im Hinblick auf Inklusion durch Bildung in ihrem Handeln gestärkt werden.

Im Anti-Rassismus-Training geben wir den Teilnehmer *innen die Möglichkeit Mechanismen des Rassismus zu entdecken und Wege zu einer Verringerung zu finden.
Gegenstand des Anti-Rassismus-Trainings für Angehörige der deutschen Mehrheitsgesellschaft
•             ist die kognitive und emotionale Auseinandersetzung mit Rassismus.
Inhalte sind:
•             die Auseinandersetzung mit Vorurteilen und Bildern im Rassismus
•             die Geschichte des Rassismus
•             die Mechanismen des Rassismus
•             die kritische Weißseinsforschung und Fragen zur weißen Identität
•             die Vermittlung von Fertigkeiten zur Strategiebildung

 

Die Teilnahme sollte durchgängig, eigenmotiviert und freiwillig sein.

Die Veranstaltung ist kostenfrei. Für Verpflegung erheben wir einen Unkostenbeitrag von 10,00 Euro.

Anmeldung bei Koordinierungsstelle für Toleranz und gegen Fremdenfeindlichkeit, Telefon: 0163 / 4454711, E-Mail: tolerantes_eberswalde@web.de

Gefördert von der Koordinierungsstelle Tolerantes Brandenburg und der Freudenberg Stiftung in Zusammenarbeit mit der Bürgerstiftung Barnim Uckermark

Fortbildung für Ehrenamtliche zu Traumatisierung von Menschen mit Fluchterfahrung am 11. Februar

Donnerstag, den 11. Februar von 16.00 – 19.00 Uhr in der Alten Forstakademie, Stadtcampus der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswade, Schicklerstraße
Das Seminar richtet sich an Ehrenamtliche, die auf verschiedenen Gebieten mit Menschen zusammen arbeiten, die vor Krieg, Terror und Ausgrenzung geflüchtet sind und in ihrer Heimat oder auf der Flucht Gewalt in verschiedenster Form erlebt bzw. mit angesehen haben. Viele dieser Menschen sind von schrecklichen Erlebnissen und Angst gekennzeichnet und traumatisiert. Für Freiwillige, die Geflüchtete unterstützen, ergeben sich daraus Unsicherheiten und Fragen, wie etwa: Wann sollte fachliche Unterstützung hinzugezogen werden? Wie bespreche ich einen solchen Bedarf mit den Betroffenen? Wie kann und sollte ich mich selbst abgrenzen? Wo erhalte ich Unterstützung und individuelle Beratung?

Der Psychologe Dr. Boris Friele vom Behandlungszentrum für Folteropfer Berlin e.V. wird eine Einführung in die Thematik geben und Handlungsansätze vorstellen sowie konkrete Fragen beantworten, die sich aus der ehrenamtlichen Tätigkeit ergeben.

Zirkusprojekt startet am 12. Februar im BBZ Amadeu Antonio

Jonglieren, Akrobatik und Clownerie

Für Kinder im Alter von 8 – 12 Jahren startet an diesem Freitag ein wöchentlicher Zirkuskurs. Bis zum Mai wird die Gruppe immer von 16.00 – 17.00 Uhr von der Künstlerin Janine Klemm insgesamt 16 x angeleitet. Wir nutzen den Saal des Bürgerbildungszentrum Amadeu Antonio in der Puschkinstraße 13.

Das Angebot richtet sich an Kinder mit und ohne Fluchterfahrung. Es geht um das Miteinander in der Gruppe, Körpererfahrung und Bühnenpräsenz.

Am Samstag, den 21. Mai präsentiert sich die Gruppe beim Familientag am Ende der 2. Eberswalder Familienwoche.

Derzeit sind noch Teilnahmeplätze für Kinder mit Fluchterfahrung frei.

Wir werden von der Stadt Eberswalde unterstützt und das Angebot ist kostenfrei.

Für Informationen steht Kai Jahns zur Verfügung, Tel.: 0163 4454711.