Vortrag von Prof. Eve Rosenhaft: „Eberswalde – Berlin – Douala – Paris: Maria Mandessi Bell und die Eberswalder Anfänge des globalen Black Consciousness“

Samstag, 25. Mai um 19.00 Uhr,

Ort: Gemeinde der Baptisten, Goethestraße 23 a, 16225 Eberswalde

1990  erschlugen Eberswalder den Angolaner Amadeu Antonio.  Fast ein Jahrhundert zuvor hatte in der Stadt eine Begegnung anderer Art zwischen Afrikanern und Deutschen stattgefunden, als die Baptisten die Ausbildung Jugendlicher aus Kamerun in Deutschland förderten und die Vertretung der Interessen der Kameruner gegenüber den deutschen Kolonialmächtigen unterstützten. 

In ihrem Vortrag erinnert Frau Prof. Eve Rosenhaft an diese geteilte Geschichte, vor allem an die Kameruner Frauen, die im Rahmen der baptistischen Missionsarbeit nach Deutschland kamen. Eine von diesen, Maria Mandessi Bell, spielte sowohl im Kampf gegen den Kolonialismus um 1914 als auch in der späteren Entwicklung der panafrikanischen Kulturbewegung eine Schlüsselrolle. Sie wurde im November 1895 in Douala, Kamerun geboren. Ihr Vater war David Mandessi Bell, der Adoptivsohn von „King Bell“ und Besitzer einer großen Kakao-Plantage.

Auf einem der ältesten Fotografien, die von der damals noch in der Eichwerder Straße befindlichen Eberswalder Baptistengemeinde existiert, ist diese junge Dame neben dem Prediger Ernst Wißtoff zu sehen. In Wolfsdorf/Ostpreußen wurde sie 1912 getauft, fand Aufnahme im Haushalt des Predigers und folgte im November den Wißtoffs nach Eberswalde, wo Ernst Wißtoff eine Predigerstelle antrat. Ihre Zeit hier soll eine glückliche Zeit gewesen sein. Ihre stärksten Erinnerungen waren mit Chorausflügen und einer Vielzahl von Liedern verbunden, die sie – über 90jährig – noch in perfektem Deutsch singen konnte. Am 1. April 1914 verließ Maria Mandessi Bell Eberswalde und schloss sich der junge Baptistengemeinde in der Schönhauser Allee im Norden von Berlin (Prenzlauer Berg) an. Nach Douala zurückgekehrt, versuchte sie, den Kontakt zu ihrem “lieben Onkel und ihrer lieben Tante” in Eberswalde aufrecht zu erhalten. Davon zeugen Briefe mit herzlichen Grüßen an Wißtoffs und andere Mitglieder der Eberswalder Gemeinde.

Auf dem Bild ist die Einführung des neuen Baptistenpastors Wißtoff mit seiner Familie im Jahr 1912  zu sehen. Die vierte Person von links ist die Maria Mandessi Bell.

Eve Rosenhaft ist Professorin für deutsche Geschichte an der University of Liverpool (GB).  Veröffentlichungen zur Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung sowie zur Geschlechtergeschichte und der Geschichte der Minderheiten, darunter zuletzt Africa in Europe. Studies in Transnational Practice in the Long Twentieth Century (Liverpool 2013) und Black Germany. The Making and Unmaking of a Diaspora Community 1884-1960 (Cambridge 2013, im Druck)

Weitere Informationen habe ich im Netz hier gefunden: Bonamanga. Eine kosmopolitische Familiengeschichte

500 Demonstrantinnen und Demonstranten signalisieren in Finowfurt, dass sie von Nazikonzerten nichts halten.

Zurück aus Finowfurt kann ich berichten, dass wir die Anreise der Nazis zum Konzert erfolgreich behindert haben.

Viel wichtiger ist aber, dass die unterschiedlichsten Menschen dabei mitmachten und wir Unterstützung aus ganz Brandenburg hatten.

Klaus bald ist deine Musik ganz aus.

Hier nun einige Berichte und Fotos.

Etwas von den Nazis auf dem Gelände von Klaus Mann und an einer Blockadestelle gibt es bei indymedia zu sehen.

Hier ein Bericht bei INFORIOT. Und auch in Bernau und Wandlitz konnte den Nazis, da die NPD, erfolgreich etwas entgegen gesetzt werden.

Markov und Trochowski am Samstag dabei: Finanzminister und Staatssekretärin rufen zu friedlichem Protest gegen Nazikonzert auf

Finanzminister Hemuth Markov und Staatsekretärin Daniela Trochowski werden an diesem Samstag mit ihrer Anwesenheit in Finowfurt ihre solidarische Unterstützung mit all denjenigen teilen, die das Ziel verfolgen, das Nazikonzert zu verhindern.

„Finowfurt Nazifrei!“ | 40/2013

Brandenburg steht das größte Rechtsrockkonzert der vergangenen Jahre bevor:

Mann oh Mann – Proteste angekündigt (INFORIOT)

Nach einer Auftaktveranstaltung im Kulturhaus will das Bündnis BUNTE Schorfheide gemeinsam mit dem Bündnis FINOWFURT NAZIFREI demonstrieren, um dem Nazi-Spuk auch auf der Straße etwas entgegen zu setzen. Bürgermeister Uwe Schoknecht nimmt für seine Gemeinde Lehrzeit in Anspruch: “Wir sind nicht im Wendland, wo man Demonstrationen seit 40 Jahren kennt. Bei uns in der Schorfheide muss die Demonstrationskultur erst wachsen!” – Es besteht also die Hoffnung, dass es eine Kampagne gibt, die solange dauert, bis keine Rechtsextremen mehr in Finwofurt feiern.

Die Aktionskarte zum Ausdrucken und Informationen zur An- und Abreise gibt es auf der Seite DEN NAZIS DEN STECKER ZIEHEN! – Finowfurt Nazifrei.

Die Grünen grillen Samstag “arme braune Würstchen”. Dazu kann ich nur schreiben, ich kann Bratwurst schon nicht mehr sehen. Wenn´s schmeckt, sollen aber die eine oder der andere Biss zeigen. Und ich hoffe, die Nazis fühlen sich verarscht und wir uns gestärkt, denn die größten Trümpfe der Braunen sind die von ihnen verbreitete Angst und Gewalt.

Kein Platz für Nazis – gilt auch in Finowfurt!

Am 18. Mai soll auf dem Gelände der Nazifamilie Mann in Finowfurt ein bundesweites Treffen für die nazistische Musikszene statt finden. Zudem haben sich einige regionale Größen aus Brandenburg angekündigt. Die lokale Szene wächst und gewinnt an Selbstbewusstsein.

Demokratische Kräfte mobilisieren und die Zivilcourage in der eigenen Bevölkerung stärken, dafür  steht die Veranstaltung am 18. Mai, zu der die Gemeinde Schorfheide und das Bündnis „BUNTE Schorfheide am Pfingstsamstag aufrufen.

In der Konzerthalle Finowfurt (Hauptstraße 116a) wird unter anderem Charlie Chaplins Film „Der große Diktator“ gezeigt. Rockmusiker Uwe Kolberg setzt mit seiner Stimme und seinen Texten ein musikalisches Zeichen gegen das Großkonzert der rechtsextremen Szene am gleichen Tag.

Die Auseinandersetzung mit dem rechtsextremen Veranstaltungsort durch die Finowfurter/innen ist so alt wie die Aktivitäten der Nazis. Die Koordinierungsstelle für Toleranz Eberswalde veranstaltete im März 2008 gemeinsam mit der Gemeinde Schorfheide, dem Verein Bands United e.V. und der Amadeu Antonio Stiftung ein Konzert mit den Sportfreunden Stiller und dem lokalen Support Commissioner Gordon . Unterstützung fanden wir beim Lokalen Aktionsplan Barnim und beim Aktionsbündnis Brandenburg gegen Gewalt, Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit. Seit dem brach die Diskussion nicht mehr ab.

Um den Nazis nicht das Feld zu überlassen unterstützte der Landkreis Barnim 2008 unter anderem mit Hilfe des Lokalen Aktionsplans Barnim die Anschaffung und Ausgestaltung eines Jugendmobils und so flächendeckende Angebote der Jugendarbeit, da die Nazis insbesondere Jugendliche umwarben.

Die Barnimer Kampagne Light me Amadeu entstand schon Ende 2006 bei einem open space an dem auch Schüler/innen und Lehrer/innen der Schule Finowfurt und der Grundschule Lichterfelde teilnahmen. Einwohner/innen der Gemeinde Schorfheide waren seither immer wieder in dieser antirassistischen Initiative aktiv.

Angesichts der begründeten Vermutung, dass es sich beim anstehenden Nazi-Konzert um einen Bestandteil der aktuellen Solidaritätkampagne für den wegen Beihilfe zum Mord in neun Fällen angeklagten mutmaßlichen NSU-Unterstützer Ralf Wohlleben handelt, wird augenfällig, dass wir in Finowfurt darüber reden sollten, was die rechtsextreme Szene antreibt und wer die Opfer von Hass und Gewalt sind.

Mehr Informationen zum „Benefizkonzert“ für „Kameraden in Not“ findet mensch hier: Nazi-Großkonzert in Finowfurt

Derweil berichtet das Infoportal gegenrede von einem geplanten Auftritt der Bremer Band “Kategorie C – Hungrige Wölfe” am Geburtstag von Rudolf Hess im August in Finowfurt.

Platzeck will Debatte über Erinnerungskultur

Ministerpräsident Matthias Platzeck hat eine gesellschaftliche Debatte über die neuen Herausforderungen an die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus angeregt. “Die Erinnerungsarbeit verändert sich. Es gibt immer weniger Zeitzeugen, die uns Nachgeborenen von ihren Opfern und ihrem unermesslichen Leid erzählen können. Diese bittere Tatsache muss unsere Gesellschaft verinnerlichen. Der wichtige Kampf gegen den Rechtsextremismus verlangt deshalb ein anderes Herangehen“, sagte Platzeck bei einem Treffen mit Vertretern von NS-Opferverbänden, Häftlingskomitees und Lagergemeinschaften sowie von Aufarbeitungsinitiativen in Potsdam.

Umso wichtiger sei es, Zeugnisse der Nazi-Verbrechen und des Leidens, auch des Widerstands, in Brandenburg zu bewahren und der Öffentlichkeit zu zeigen. Erinnerungsorte seien daher von „unschätzbarer Bedeutung“ und müssten erhalten, neu gestaltet und weiter erforscht werden.

[...]

Platzeck weiter: „Wir behalten die Pflicht, uns mit dem dunkelsten Kapitel deutscher Geschichte auseinanderzusetzen.“ Insofern sei Erinnerungskultur auch „Kampf gegen Vergessen, Verdrängen und Verfälschen des Naziterrors“. Die NSU-Mordserie sowie Anzeichen für Rassismus, Antisemitismus und Menschenverachtung im Alltag zeigen laut Platzeck, „dass die Auseinandersetzung bitter notwendig ist“.

Quelle Staatskanzlei Brandenburg www.stk.brandenburg.de, 07.05.2013: Platzeck will Debatte über Erinnerungskultur – Empfang für Vertreter von NS-Opferverbänden in Potsdam

Überlebende des Eberswalder Außenlagers des KZ Ravensbrück enthüllen 2008 vor dem EXIL gemeinsam mit dem Bürgermeister das von Eckhard Herrmann geschaffenen Denkmal.

Ludwig van Beethoven war ein Schwarzer.

Dass Beethovens Großmutter aus Äthopien stammte, war mir bis vor kurzem unbekannt. So war also der Verfasser der Hymne der Europäischen Union zu einem Teil schwarz.

Schwarzen Menschen wird oft nicht zugestanden Deutsch zu sein. U. a. davon handelt das Stück “Heimat, bittersüße Heimat”, das vom Ensemble Label Noir am 26. April in Schulen in Birkenwerder und Glienicke / Nordbahn aufgeführt wurde.

Hier ein Bericht aus der MOZ, indem die 14-jährige afrodeutsche Justine Lucks zu wort kommt und kurz auch Beethoven zur Sprache: “Wo hast du so gut Deutsch gelernt?”

Initiiert wurden die Aufführungen vom Verein Nordbahngemeinden mit Courage e.V.. Label Noir wurde von der Koordinierungsstelle für Toleranz Eberswalde begleitet.

Die beiden Fotos stammen von der Aufführung und der anschließenden Diskussion im Neuen Gymnasium Glienicke / Nordbahn.

Das Bündnis FINOWFURT NAZIFREI ruft zur Verhinderung des Nazikonzerts am 18. Mai in Finowfurt auf.

Seit 6 Jahren finden in Finowfurt (Ortsteil der Gemeinde Schorfheide) regelmäßig Konzerte rechtsextremer Bands statt. Am 18. Mai (Samstag vor Pfingsten) sollen nun insgesamt 13 Bands auftreten. Schon die Namen stehen für den Inhalt: 12 Golden Years, Frontfeuer, Priorität 18, Legion Of Thor usw. …

Seit 2010 ist Finowfurt im Oktober Austragungsort eines sogenannten Preußentags, der sich als Gegenveranstaltung zum Tag der Deutschen Einheit begreift. Erinnern wir am 3. Oktober 1990 an die Vereinigung beider deutscher Staaten, so wollen die Nazis das Deutsche Reich wiederhaben und trauern den ehemaligen deutschen Gebieten jenseits der Oder nach. Dabei leugnen sie die Verbrechen des nationalsozialistischen Deutschland und beschwören einen preußischen Geist als Gegensatz zur Demokratie.

Es bedarf endlich eines deutlichen Signals!  Ein Bündnis aus antifaschistischen Initiativen, Parteien, Vereinen und Gewerkschaften wird am 18. Mai in Finowfurt auf die Straße gehen.

Das Bündnis FINOWFURT NAZIFREI ruft zur Verhinderung des Nazikonzerts am 18. Mai in Finowfurt auf.

Mehr Informationen hier: DEN NAZIS DEN STECKER ZIEHEN! Finowfurt Nazifrei

PUNK A GONNY! – Jetzt unterstützen!!

Schon mal was von Crowdfunding gehört. Nein. Na dann los – ausprobieren.

Wir sammeln Kleingeld, um den Traum von einem Singstück PUNK A GONNY! im Exil wahr werden zu lassen.

Hier könnt ihr / können Sie uns unterstützen oder einfach nur lesen, was es mit PUNK A GONNY! auf sich hat.

Oder zur Erheiterung einfach ansehen, wie Hertel und Uschi und andere EXILanten gemeinsam mit Angehörigen des Chores Franz Mücke das Holzfällerlied der Monty Pythons interpretieren. Hier zum Video.

2013-03-13

Falko

32 Menschen wurden seit 1990 in Brandenburg durch Nazis getötet. Die offizielle polizeiliche Statistik erkennt nur 9 davon an. Nun sollen alle in Frage kommenden Fälle durch das Moses Mendelssohn Zentrum auf ihren rechtsextremen Hintergund überprüft werden.

Im Auftrag von 3SAT war das Team von can.do.berlin.filmproduktion an drei Tatorten.  Beispielhaft geht es um drei Opfer rechtsextremer Gewalt, die vom Staat nicht als solche gewertet werden. Eines dieser Opfer ist Falko Lüdtke, der am 31. Mai 2000 vom Mike Bäther in Eberswalde getötet wurde, weil er diesen auf ein öffentlich zur Schau getragenes Hakenkreuztatto angesprochen hatte.

Hier ist die Reportage zu sehen: Mörderische Statistik

FREMD – Filmaufführung am 16. April um 19.30 Uhr in der Aula der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde

Weitere Angaben zum Ort: Haus 6, Friedrich-Ebert-Straße 28, 16225 Eberswalde

FREMD beschreibt den von der Not diktierten Aufbruch eines jungen Maliers nach Europa. Seit zweieinhalb Jahren ist er unterwegs in eine Welt, in der er nie leben wollte. Der Film sucht die Beweggründe für diese Flucht und gewährt Einblick in die Lebensumstände und den zermürbenden Alltag von Migranten auf ihrem Weg aus dem Süden über Algerien und Marokko nach Europa. Er zeigt ihr Leben, das geprägt ist von Hetze und Hoffnung, Flucht und Stillstand. Vom Leben als jahrelanger Reisender und vom Überleben in der Fremde.

FREMD ist Gewinner des Internationalen Wettbewerbs Dokumentarfilm
- Die Provinziale -  das “e” 2012.
Die Regisseurin Miriam Faßbender wird bei der Aufführung anwesend sein und steht danach für ein Gespräch zur Verfügung. Sie war für ihren Film monatelang in Nordafrika unterwegs. U. a. sagt Miriam Faßbender: “Ich bewunderte die mir anfangs fremden Migranten für ihre Konsequenz und ihren unbedingten Willen einen Kontinent erreichen zu wollen, den sie nur schemenhaft kannten. Diese Bereitschaft zu einem kompletten Bruch mit ihrem bisherigen Leben machte mich neugierig. Als mir bewusst wurde, unter welchen Umständen sie in ihren Ländern leben, welcher Trostlosigkeit und Restriktion sie sich häufig gegenübersehen, verstand ich, dass für sie ein Leben, selbst mit den einfachsten Wünschen in ihren Heimatländern unmöglich ist. [...] Fremd ist eine Geschichte über Menschen auf Reisen, auf der Suche nach einem anderen Leben. Eine Reflexion über den Verlust von Zeit und das Scheitern. Aber ist es nicht unser Scheitern?”

Es wird um Spenden für den Flüchtlingsfonds Barnim Uckermark gebeten. Mit dem Flüchtlingsfonds besteht die Möglichkeit einzelnen Flüchtlingen und Flüchtlingsfamilien in den Landkreisen Barnim und Uckermark in Notsituationen durch mildtätige Zuwendungen zu helfen. Das können zum Beispiel Beihilfen für den Schulbedarf oder für Gesundheitsmittel sein, Hilfeleistungen nach rassistischen Übergriffen oder Zuwendungen für die oft schwierige Beschaffung von Dokumenten aus dem Herkunftsland. Link zu einigen Beispielen.

Ab 18.00 Uhr tagt der Ausschuss für Kultur, Soziales und Integration im Nebenraum der Aula. Die Ausschussmitglieder möchten sich im Anschluss den Film FREMD ansehen.

Unter dem Motto „Wir für Demokratie“ setzt die Bundesregierung am 16. April 2013 ein deutliches Zeichen für Toleranz und gesellschaftliche Vielfalt. Machen Sie mit!