Falko Lüdtke – ein Todesopfer rechtsextremer Gewalt in Eberswalde

Nach 15 Jahren ist Falko Lüdtke von staatlicher Seite als Opfer rechtsextemer Gewalt anerkannt worden. Die offizielle Zahl der Todesopfer verdoppelt sich in Brandenburg von neun auf insgesamt 18 Personen. 2 der Getöteten kamen aus Eberswalde.

Das politische Motiv war in beiden Fällen tatleitend. Verurteilt wurde im Fall von Falko Lüdtke ein Einzelner zu einer geringen Haftstrafe.

Und in beiden Eberswalder Fällen war es eine Gruppentat, so jedenfalls die Aussage aus dem aktuellen SCHATTENBERICHT der Opferperspektive Brandenburg.

Aus dem Artikel „Für mich ist es erst abgeschlossen, wenn ich die ganze Wahrheit weiß“:

“Falko liegt auf der Spechthausener Straße, blutüberströmt, Knochen gucken aus seinem Bein heraus. Um ihn herum stehen lauter Faschos, die Erste Hilfe zu leisten versuchen. Wir waren schockiert, fuhren sofort ins Krankenhaus, aber ein Gedanke war da: Wenn Faschos um ihn herum stehen, ist das kein Zufall. Dann haben die auch etwas damit zu tun.”

“Mein Eindruck war, dass die Leute in der Stadt eher sauer waren und keinen Bock auf einen zweiten Amadeu Antonio hatten. Schon wieder guckte alle Welt auf Eberswalde.”

Unterstützung für Flüchtlinge in Eberswalde

Im Angesicht der Flüchtenden wollen viele Eberswalder_innen ewas tun und fragen, wie und wo kann mensch helfen. Neben dem Agieren des Landkreises Barnim gibt es in Eberswalde eine Reihe von zivilgesellschaftlichen Gruppen, bei denen mensch Anschluss und somit Gelegenheit zur Unterstützung von Flüchtlingen finden kann. Hier eine unvollständige Aufzählung:

Die Freiwilligenagentur der Bürgerstiftung Barnim Uckermark berät und vermittelt Helfende aus der Aufnahmegesellschaft. So begleiten Ehrenamtliche Jugendliche zum Fußball oder eine Gruppe junger Eritreerinnen im Alltag. Neben Katja Schmidt ist dort Thomas Mboya Ochieng als Ansprechpartner tätig. Die Freiwilligenagentur wird von der Koordinierungsstelle für Toleranz bei ihrer Tätigkeit unterstützt.

Die Räume und Aktivitäten im ZWISCHENRAUM stehen Flüchtlingen offen. In den Räumen in der Havellandstraße 15 im Brandenburgischen Viertel gibt es zudem Deutschunterricht durch die Initiative SofA (Solidarität für Asylbeweber_innen). In der Eisenbahnstraße 69 befindet sich der Tausch-, Leih- und Schenkeladen, der Flüchtlingen offen steht.

Ebenfalls in der Havellandstraße 15 befinden sich die Räume der Selbsthilfeorganisation Kontakt Eberswalde e.V.. Gegründet von russischsprachigen Zugewanderten ist die Unterstützung von Flüchtlingen Bestandteil der Arbeit des Vereins.

Der Afrikanische Kulturverein Palanca e.V. in der Coppistraße 3 ist zu einem wichtigen Anlaufpunkt geworden. Die neuste Aktivität ist eine Gruppe für Klein- und Kindergartenkinder, die sich einmal in der Woche trifft. Auskunft gibt der Vereinsvorsitzende Augusto Jone Munjunga.

Das nächste Treffen des Runden Tisches Willkommen in Eberswalde ist am kommenden Freitag um 17.00 Uhr im Bürgerbildungszentrum Amadeu Antonio in der Puschkinstraße 13 (Beratungsraum 225). Neben der Planung eigener Aktivitäten (Tafel beim Erntedank-Markt gemeinsam mit dem Verein Lokale Agenda 21 Eberswalde e.V., Beteiligung an der Interkulturellen Woche) informiert die Kreisverwaltung über den aktuellen Stand der Unterbringung von Flüchtlingen.

MONSTER, HELDEN UND FAMILIEN – Theater mit Kindern im Alter von 9 – 12 Jahren

Die erste Premiere für das Jahr 2015 ist gesichert. Seit dem 12. November proben wir mit Kindern, unter anderem aus dem Hort Kinderinsel, jeden Mittwioch im EXIL an einer Inszenierung, die am 27. März 2015 zur Aufführung kommen wird.

Monster bringen uns zum Fürchten. Manchmal sind wir auch neidisch auf sie, denn sie scheinen einfach alles zu dürfen. Und was steckt eigentlich hinter der rauhen Schale des Monsters? Wie lebt ein Held? Aus welcher Familie kommt sie oder er? Was weiß die Familie des Helden über seine Heldentaten? Wo begegnen sich Monster und Helden für gewöhnlich?

Die Inszenierung “Monster, Helden und Familien” gibt den beteiligten Kindern Raum Familiengeschichten von Fantasiefiguren zu erfinden. Real Erlebtes mischt sich mit lustvoll Erlogenem. Das entwickelte Material wird gemeinsam mit einem künstlerischem Team in eine Form gebracht. Ein Autor, eine Regisseurin, eine Bühnen- und Kostümbildnerin und ein Musiker geben den Kindern einen professionellen Rahmen. Die Kinder erleben den Freiraum, den das Erfinden und Erzählen von Geschichten geben kann.

Die Betrachtenden werden einen Einblick in die Welt der Kinder erhalten, einen Einblick in die Sicht der Kinder auf die Erwachsenenwelt. Sie können uns einen Spiegel vorhalten, in den wir ohne sie nicht blicken könnten.

Leitung: Kai Jahns, Heike Scharpff (Regie), Anna Siegenthaler (Pädagogik). Autor / Dramaturgie: gerade wieder offen, Ausstattung: Lea Walloschke, Musik: Ansgar Tappert

Die Inszenierung “Monster, Helden und Familien” wird im Rahmen des Programms “tanz + theater machen stark” des Bundesverbandes Freier Theater gefördert. Gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen des Programms “Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung”.

Erinnerung an den 1. Weltkrieg in Polen und Deutschland, Studienreise und Konferenz am 28. Juni 2014

Vor 100 Jahren begann der 1. Weltkrieg. Wie steht es um die nationale Erinnerung in Polen und Deutschland? Was zeichnet diese aus und wie entwickelt sie sich? Und ganz praktisch: Was ist mit den Denkmälern für die deutschen Weltkriegstoten im Westen Polens?

Die Teilnahme an der Studienreise und der Konferenz ist kostenfrei; um Anmeldung wird gebeten: p_r_migdalski@poczta.onet.pl (in deutscher Sprache möglich)

Programm:

9.00 – 14.00 Uhr Studienreise: Spurensuche an Gedenkorten des 1. Weltkriegs; Führung: Dr. Pawel Migdalski; Kriegsfriedhof in Stargard Szczeciński – Jolanta Aniszewska (Archäologisches-Historisches Museum in Stargardt)

9:00 Abreise in Stettin, Busbahnhof PKS, Stand 1

14.00 Uhr Spaziergang durch Moryń und Mittagessen im Restauracja pod Rakiem, Moryń

16.00 Uhr Konferenz “Der große vergessene Krieg” im Konferenzsaal des regionalen Büros des Geoparks in Moryń, pl. Wolności 2

Für Simultanübersetzung wird gesorgt.

  • Dr. Andreas Lawaty (Das Nordost-Institut, Lüneburg) – Erster Weltkrieg neu beleuchtet
  • Prof. Dr. Jan M. Piskorski (Universität Stettin) – „Selbstmord Europas” oder „Rückkehr Europas”. Streit um den Ersten Weltkrieg.
  • Dr. Paweł Migdalski (Universität Stettin) –  Die Erinnerung an den Ersten Weltkrieg in Pommern nach 1945 – ausgewählte Fragen.
  • Diskussion, Moderation: Dr. Paweł Migdalski, Robert Ryss

19.15 Uhr Dona nobis pacem – Konzert in der Heiligen-Geist-Kirche in Moryń, gewidmet den Opfern des Ersten Weltkriegs – Chor des Collegiums Maiorum des Westpommerschen Technischen Universität in Stettin, Leitung: Paweł Osuchowski, im Programm unter anderem ein Teil der Friedensmesse von Wojciech Kilar.

ca. 20.00 Uhr Besichtigung der Heiligen-Geist-Kirche

20.30 Uhr Abendessen – optional

22.00 Uhr Abfahrt mit dem Bus nach Stettin

Veranstalter: Kulturhistorischer Verein „Terra Incognita”

in Zusammenarbeit mit dem Eberswalder Zentrum für demokratische Kultur, Jugendarbeit und Schule e.V., dem Historisch-Archäologischen Museum in Stargard, der Gemeinde Moryń und der Heiligen-Geist-Kirchengemeinde in Moryń

Gefördert aus Mitteln der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit.

A PONY NAMED OLGA und Hickoids am 8. Juni (Pfingstsonntag) im EXIL, Einlass 20.00 Uhr, Beginn 21.00 Uhr

Texasgarageskabillypunk und Selbstmitleid” definieren A PONY NAMED OLGA ihre Musik gerne selbst. Rock ’n’ Roll Cowpunk, Polka und schwarzer Humor erwarten uns und dazu Stunts, die leicht in der Leichenhalle enden könnten. Die drei Jungs sind gerade erfolgreich durch die USA getourt, haben eine unglaubliche Bühnenpräsenz und ihre Musik ist 150 % tanzbar.

Das brandneue 4. Album – The Black Album enthält dunkle Erzählungen und wahre Geschichten aus dem Leben auf der Straße … alle in Schweiß und Bier getränkt, wälzen sich auf dem Friedhof mit Ponys und Löwenzahn.

Der Sänger Heini Hempel über den Namen der Band und Pferde: Eine Faszination für Gäule habe ich eigentlich nicht. Unser Bassist Lloyd Clark hat in Amerika tatsächlich Hufschmied gelernt, aber war bei der Namensgebung noch nicht dabei. “A Pony Named Poldi” war ein Kinderbuch meiner Tochter. Ich habe Olga für Poldi eingesetzt – fertig. Pferd auf der Pizza oder in der Lasagne? – Ich würde eher Pferd essen von einem Gaul von der Weide als ein Schwein, das noch nie die Sonne gesehen hat.

Bassist Lloyd Clark und seine Frau Trinity Sarrett waren mit den Cry Babies zuletzt im Januar bei Guten Morgen Eberswalde, und Sarrett war als Trixie Trainwreck No Man Band mit ihrem Soloprogramm Hard Workin’ Girl  sowohl auf dem Marktplatz von Eberswalde als auch im EXIL. Es handelt sich also um alte Bekannte.

Die Hickoids gibt es seit 1984 und nach jahrzehntelangem schlechten Verhalten (Trunkenheit, ewige Armut, Rechtsbrüche) schlagen sie nun im EXIL auf. Ihr Cow-Tex-Punk-Rock klingt kein Stück in die Jahre gekommen und sie spielen mit einem großen ironischen Grinsen im Gesicht und singen Texte wie “If drinkin´ don´t kill me, kill me”.

Niemandes Erbe? – jüdische Friedhöfe in Westpolen

Verschiedene Nationen, verschiedene Erinnerungen – Erinnerungskultur und Kulturerbe in der deutsch-polnischen Grenzregion

Vorträge und Diskussion

Veranstaltungssaal des Kulturzentrums Chojna (altes Rathaus neben der Marienkirche)

Freitag, 30. Mai 2014 ab 17.30 Uhr

Die Veranstaltung erfolgt in polnischer Sprache. Für eine Simultanübersetzung wird gesorgt.

Eckehardt Ruthenberg, ein Künstler aus Berrlin, ging bereits Mitte der 1980er Jahre in der DDR auf Spurensuche nach jüdischen Friedhöfen. Auf eigene Faust entdeckte er die meisten der 300 erhaltenen, doch kaum dokumentierten und oft verwahrlosten jüdischen Bestattungsorte. Seit 2006 führte ihn der Weg nach Westpolen, wo er nach den vergessenen jüdischen Friedhöfen suchte. Er verstarb 2011.

Nun ist ein Buch von Ruthenberg Dawne cmentarze żydowskie powiatu gryfińskiego i starogardzkiego (Ehemalige jüdische Friedhöfe im Kreis Greifenhagen und Stargard) von Verein “Terra Incognita” herausgegeben worden. Mehr Informationen zum Buch hier.

Das ganze Programm im Ablauf:

  • Vorstellung des Buches Dawne cmentarze żydowskie powiatu gryfińskiego i stargardzkiego von Eckehardt Ruthenberg; Dr. Pawel Migdalski (Universität Stettin, Verein “Terra Incognita”)
  • Der Erinnerungsarbeiter. Zur Tätigkeit Ruthenbergs im deutsch-polnischen Grenzgebiet; Ewa Czerwiakowski (Berlin)
  • Gedenkkonzepte zum jüdischen Leben in Eberswalde; Kai Jahns (Eberswalde)
  • Ideen zum Gedenken an das jüdische Leben in Chojna; Dr. Pawel Migdalski, Robert Ryss (Gazeta Chojeńska, Verein Terra Incognita)

Start der Spendensammlung für die Gestaltung eines Gedenkortes in Chojna.

Diskussion: Prof. Dr. Jan M. Piskorski (Universität Stettin), Ewa Czerwiakowski (Berlin), Kai Jahns (Eberswalde), Ewa Stanecka (Westpommerscher Denkmalschutz)

Moderation: Robert Ryss

Ich werde in meinem Vortrag über Gedenkkonzepte in Eberswalde über das Eberswalder Gedenkbuch und die Stolpersteine in Eberswalde, über das Synagogendenkmal “Wachsen-mit-Erinnerung” der Künstler Horst Hoheisel und Andreas Knitz und über den Neuen Blumenplatz (benannt nach Czesław Miłosz’ Shoa-Gedicht «Campo di Fiori») berichten.

Zur Erinnerung an die Vergangenheit gehört die Verantwortung für die Gegenwart und die Zukunft und damit die aktive Hilfe für Menschen, die an den Schrecken des Holocaust leiden. Eberswalderinnen und Eberswalder unterstützen die Arbeit von AMCHA e.V.. Die gleichnamige Einrichtung AMCHA steht in Israel Holocaust-Überlebenden sowie deren nachfolgenden Generationen bei der Bewältigung ihrer Traumata zur Seite. Gemeinsam mit AMCHA Deutschland e.V. ermöglichen wir die Begegnung mit Zeitzeugen des Holocaust in Eberswalde.

Fernsehen

Die 2 – Gottschalk & Jauch gegen ALLE.- Ja, ich schaue Fernsehen, so ganz aus Langeweile kurz vor dem Schlafengehen.

Gestern hat Günther Jauch in der besagten Show dem Verein AMCHA zu einer Spende von 20.000 Euro verholfen. Das nenne ich mal sinnvolle Unterhaltung.

AMCHA Deutschland unterstützt das gleichnamige “Israelische Zentrum für psychosoziale Hilfe für Holocaust-Überlebende” und engagiert sich für die nichtmaterielle, psychosoziale und präventiv ausgerichtete Unterstützung für Überlebende des Holocaust.

Die Stadt Eberswalde ist Partner von AMCHA Deutschland. Hier eine Info darüber.