zum Nachlesen: Kolumne von Anetta Kahane

Anetta Kahane schrieb am 27.04.2014 in der Berliner Zeitung über die aktuellen Montagsdemos für den Frieden: „Ein Mischmasch aus Klassenkampf, Euroskepsis, Nationalismus, Paranoia und Verschwörungsideen über 9/11, Islamhass und Antisemitismus ist dabei, die Straße zu erobern. Jede dieser Gruppen für sich genommen ist meschugge, und wie alle Verrückten haben sie ihre Fans. Doch zusammen bilden sie die Ideologie eines modernen antisemitischen Pessimismus, der so widersinnig wie gefährlich ist. Denn für antiwestliche Verschwörungstheorien und Demokratieverachtung sind weit mehr Menschen empfänglich als die Summe der Irren, die jetzt hinter den Querfrontlern wie Jürgen Elsässer und Ken Jebsen hinterherlaufen.“

Eine Beispielhäufung antisemitischer Aussagen von Jebsen findet sich hier zusammengestellt: KenFM „Rassistischer Zionismus“

Heute in der Berliner Zeitung was zu den Montagsdemos und zu Jebsen, der Ende 2011 vom RBB wegen Antisemitismusvorwürfen entlassen wurde: Völkische Friedensbewegung.

Und ein Artikel von heute zu den Montagsdemos im Freitag: NPD – Die falschen Friedensfreunde!

Ich hol mir ein Abo der Berliner Zeitung (und vom Freitag) und möchte nicht mit dem Scheiß von dem Jebsen zugespamt werden.

Eberswalde-Roman – Lesung mit Musik

DAS BISSCHEN ZEUG ZUR EWIGKEIT   Osburg Verlag 2013

Donnerstag, 24. April 2014 um 19.00 Uhr (Einlass 18.30 Uhr) im EXIL, Am Bahnhof Eisenspalterei

mit Schortie Scheumann und Pitty Piatkowski (git.) in Anwesenheit von Wilhelm Bartsch, bebildert von Günther Rinnhofer

Die Erlebnisse von Franz Florschütz in der Heimatstadt des Autoren Wilhelm Bartsch fügen sich zu einer gesellschaftlichen Zustandsbeschreibung der Nachkriegszeit, in der die Russen allgegenwärtig sind und über alles vor 45 beharrlich geschwiegen wird, und stehen beispielhaft für die damaligen Konfliktlinien, die zwischen Ost- und West verlaufen und doch eher zwischen den Generationen während einer großen Jugend- und Kulturrevolution.

Hier eine Hörprobe.

BLACK INTERVENTION

Hier ein Hinweis auf eine Veranstaltung im Ballhaus Naunynstraße, die ich heute besuchen werde. Auch in Eberswalde entblöden sich Menschen nicht (z.B. in Leserbriefen an die MOZ) und bestehen auf der Weiterverwendung des N – Wortes in Kinderbüchern.

Der Ankündigungstext:

Mehr als Worte – Aus Anlass der aktuellen Kinderbuchdebatte
Mit Joshua Kwesi Aikins, Simone Dede Ayivi, Nadine Golly, Noa Ha, Philipp Khabo Köpsell, Mekonnen Mesghena, Nadja Ofuatey-Alazard, Noah Sow
20. Februar 2013, 19 Uhr – Eintritt frei

Seit einigen Wochen tobt in Feuilletons und Kulturmagazinen eine Debatte, die erneut zeigt, wie weit die Mitte der deutschen Gesellschaft von einer Akzeptanz ihrer realen Vielfalt noch entfernt ist, und wie sehr es mit der Sensibilität für eine inklusive und herrschaftsfreie Sprache noch im Argen liegt. Sprache ist mehr als ein Kommunikationsinstrument. Sie ist auch ein Barometer sozialer Beziehungen und Verhältnisse. Bis heute aber bedienen sich zahlreiche populäre Kinderbücher der Spracharithmetik der Kolonialzeit.

Die durch Mekonnen Mesghena angestoßene sprachliche Anpassung des Kinderbuches „Die kleine Hexe“ hat in Deutschland und weit über die Grenzen hinaus große Wellen geschlagen.

Insbesondere die Nomenklatura der deutschsprachigen Feuilletonseiten verteidigt den Erhalt diskriminierender Begriffe in Kinderbüchern vehement und unter Anrufung verschiedenster Feindbilder: „Zensur“, „Sprachpolizei“, „Political Correctness“. Meinungsvielfalt: Fehlanzeige. Weiße Männer diskutieren miteinander über Rassismus, und darüber, ob Minderheiten sich diskriminiert fühlen dürfen oder nicht: Was damals für den weißen Mann richtig war, das kann heute nicht falsch sein. Nur zaghaft wurden einzelne Stimmen zugelassen, die koloniale Altlasten anprangerten.

Begleitet wird die Debatte mit persönlichen Diffamierungen, rassistischen Angriffen und Hassmails, insbesondere gegen den Initiator der Debatte.

Aus aktuellem Anlass bietet die Veranstaltung Black Intervention Raum für Schwarze, PoC und postmigrantische Stimmen und Perspektiven aus Wissenschaft und Kunst.

Hier ein Bericht über die Veranstaltung:

Pippi Langstrumpf im Herzen der Finsternis

Radi-Aid

Das ganze Jahr wird für Menschen in Afrika gesammelt. Die Sternsinger sind mir gerade noch in Erinnerung.

Spendenaufrufe arbeiten häufig mit Stereotypen, hier die mildtätigen weißen Europäer/innen, da die armen schwarzen Afrikaner/innen.

Hier eine Aussage von einem Macher des Films: „Wir ermutigen Menschen, für Notleidende zu spenden, aber wir hoffen, dass sie durch das Video zu reflektieren beginnen und erkennen, dass es in Afrika mehr gibt als Leid. Hoffentlich kommen einige Leute darauf, sich über die Ursachen der Probleme Gedanken zu machen und zu überlegen, was getan werden könnte, um etwas nachhaltig zu ändern. Das wäre phantastisch.“ Mehr dazu bei Spiegel Online.

Lesenswert: „Es gibt keinen Rassismus mit Herz“, Beitrag zu Buschkowskys Buch „Neukölln ist überall“

Aziz Bozkurt, Vorsitzender der AG Migration und Vielfalt in der Berliner SPD und Mitglied des Landesvorstandes, schreibt zum Buch von Heinz Buschkowsky in der Berliner Zeitung u. a. folgendes: „Ich hatte inständig gehofft, dass wir aus dem Sarrazin-Trauma etwas gelernt haben und nun besser wissen, wo das Problem beginnt. Vergeblich. Daher eine Klarstellung: Rassismus ist, wenn die Gleichwertigkeit von Menschen infrage gestellt wird – kombiniert mit Verallgemeinerungen und kulturalisierten Abwertungen über „die Türken“, „die Araber“, „die Muslime“. Wenn wir uns darauf verständigen, dann finden wir in Buschkowskys Buch viele Passagen, die im Kern rassistische Argumentationen sind“ (Link zum Artikel mit einigen Beispielen)

Na da ist „Neukölln ist überall“ wohl kein Werk für den im städtischen Vorschlag für ein Konzept zur Erinnerung an Amadeu Antonio vorgesehenen Bibliotheksbestand „Amadeu Antonio“, in dem Medien zum Themengebiet Antirassismus präsentiert werden sollen. Sarrazins „Deutschland schafft sich ab“ gibt es schon zur  Ausleihe, das lässt sich nur ändern, wenn man (frau), wie eine Bekannte von mir, das Ding für Monate abholt und zu Hause auf seine (ihre) Anbauwand wirft.

Nachtrag: Ich möchte auf einen weiteren Artikel von Aziz Bozkurt zu Heinz Buschkowsky hinweisen. Schön formuliert – beim korpulenten Genossen geht es um die Wurst. (Link zum Artikel auf der Seite MIGAZIN)

Leben mit Rassismus

ZEIT ONLINE lässt in der aktuellen Serie Leben mit Rassismus Menschen von ihren alltäglichen Rassismuserfahrungen in Deutschland berichten. Sie sprechen von persönlichen Erfahrungen und ihren Ängsten und vom Willen, sich vom Rassismus nicht unterkriegen zu lassen.