Anti-Rassismus-Training mit Phoenix e.V., 16 h Kurs (für Angehörige der deutschen Mehrheitsgesellschaft)

Termine und Orte:

Grundschule Schwärzesee, Kyritzer Straße 29 in 16227 Eberswalde

  • Donnerstag, 10. März von 14.00 Uhr – 18.30 Uhr
  • Freitag, 11. März von 14.00 Uhr – 18.30 Uhr

Bürgerbildungszentrum Amadeu Antonio, Puschkinstraße 13 in 16225 Eberswalde

  • Samstag, 12. März von 9.00 Uhr – 18.30 Uhr (mit Mittagspause)

Referent*innen: Ute von Essen, Merih Ergün

Mit einem Anti-Rassismus-Training sollen Unterstützer*innen von Kinder und Jugendlichen mit Fluchterfahrung im Umfeld von Schulen / Bildungseinrichtungen und im Hinblick auf Inklusion durch Bildung in ihrem Handeln gestärkt werden.

Im Anti-Rassismus-Training geben wir den Teilnehmer *innen die Möglichkeit Mechanismen des Rassismus zu entdecken und Wege zu einer Verringerung zu finden.
Gegenstand des Anti-Rassismus-Trainings für Angehörige der deutschen Mehrheitsgesellschaft
•             ist die kognitive und emotionale Auseinandersetzung mit Rassismus.
Inhalte sind:
•             die Auseinandersetzung mit Vorurteilen und Bildern im Rassismus
•             die Geschichte des Rassismus
•             die Mechanismen des Rassismus
•             die kritische Weißseinsforschung und Fragen zur weißen Identität
•             die Vermittlung von Fertigkeiten zur Strategiebildung

 

Die Teilnahme sollte durchgängig, eigenmotiviert und freiwillig sein.

Die Veranstaltung ist kostenfrei. Für Verpflegung erheben wir einen Unkostenbeitrag von 10,00 Euro.

Anmeldung bei Koordinierungsstelle für Toleranz und gegen Fremdenfeindlichkeit, Telefon: 0163 / 4454711, E-Mail: tolerantes_eberswalde@web.de

Gefördert von der Koordinierungsstelle Tolerantes Brandenburg und der Freudenberg Stiftung in Zusammenarbeit mit der Bürgerstiftung Barnim Uckermark

1. Tagung zum kommunalen Antirassismuskonzept für Eberswalde am 17. Dezember 2014 im Bürgerbildungszentrum Amadeu Antonio

Die 1. Tagung zum kommunalen Antirassismuskonzept für Eberswalde findet am 17. Dezember 2014 in der Zeit von 17.00 – 19.00 Uhr im Bürgerbildungszentrum Amadeu Antonio / Saal statt.

Wie kann der Schutz gegen rassistische Diskriminierung effektiv gestaltet werden?

Unser Ziel ist es, eine zukunftsträchtige Strategie gegen rassistische Diskriminierung in Eberswalde zu entwickeln. Um diesen Prozess einzuleiten ist ein inklusiver Austausch auf kommunaler Ebene notwendig. Dahingehend sollen auf der Tagung Repräsentantinnen und Repräsentanten unterschiedlicher Communities zur Sprache kommen und gemeinsam mit der Stadtverwaltung und -gemeinschaft gemeinsam diskutieren, welche Schutz- und Präventionsmaßnahmen gegen rassistische Diskriminierung getroffen und umgesetzt werden können.

Auf dieser Grundlage soll ein Antirassismuskonzept entstehen, in das die Mesnchen in Eberswalde ihre Ideen einfließen lassen und das uns dann gemeinsam handeln lässt.

Seid dabei!

Anschließend um 19.15 Uhr Konzert mit JoKaa!

 

Gefördert im Programm “TOLERANZ FÖRDERN. KOMPETENZ STÄRKEN” vom Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend im Lokalen Aktionsplan Barnim und von der Stiftung :do.

Veranstaltet von der Koordinierungsstelle für Toleranz Eberswalde gemeinsam mit dem Kulturamt der Stadt Eberswalde und der Amadeu Antonio Stiftung.

Unterstützt von Label Noir.

24. Todestag von Amadeu Antonio, einem Opfer rassistischer Gewalt

In der Nacht vom 24. zum 25. November wurde der Angolaner Amadeu Antonio in Eberswalde von einem rassistischen Mob brutal zusammengeschlagen. Er starb 11 Tage später an den schweren Verletzungen.

Heute wird mit einer kleinen Aktion der antifaschistischen initiative eberswalde auf dem Marktplatz an Amadeu Antonio erinnert.

Am 6. Dezember besteht von 10.00 – 14.00 Uhr die Möglichkeit an der Widmungstafel im Eingangsbereich des Bürgerbildungszentrums (BBZ) Amadeu Antonio Kerzen aufzustellen und Blumen abzulegen.

Der Afrikanische Kulturverein Palanca e.V. und die Barnimer Kampagne Light me Amadeu laden am gleichen Tag zum Gedenken am Ort des Verbrechens ein.  Um 15.00 Uhr wird in der Eberswalder Straße 26 an der Gedenktafel neben dem Vorsitzenden des Afrikanischen Kulturvereins Palanca e.V. Jone Munjunga auch der Bürgermeister Friedhelm Boginski das Wort ergreifen. (Link zum Interview mit Jone Munjunga zum Mord an Amadeu Antonio und seinem damit verbundenen persönlichen Schicksal)

Am 7. Dezember geben dann der Singer/Songwriter, Vocalist & Live-Looper JoKaa, die Schauspielerin, Sängering und Autorin Lara Sophie Milagro, der Dichter und Spoken Word Performer Philipp Khabo Köpsell und Temye Tesfu, Spoken Word Poet und Lyriker, ein Konzert im Saal des Bürgerbildungszentrum Amadeu Antonio.

Es geht um Rassismus, Postkolonialismus, unsere Gesellschaft und afrodeutsche Identitäten.

Schon am 27. November zeigt das Jugendbündnis F.E.T.E. (Für Ein Tolerantes Eberswalde) um 19.00 Uhr den Film “Can’t be silent – on Tour with the Refugees” im Saal des BBZ Amadeu Antonio.

Ein Haus, benannt nach einem Opfer rassistischer Gewalt in Eberswalde / Deutschland

Am 9. August 2014 eröffnet das Bürgerbildungszentrum Amadeu Antonio in Eberswalde.
Der Schwarze Vertragsarbeiter Amadeu Antonio wurde 1990 in Eberswalde Opfer rassistischer Gewalt.
Nach einem langen Diskussionsprozess, wie Amadeu Antonio gedacht werden kann, entschieden sich die Eberswalder_innen und ihre Stadtverordnetenversammlung dafür, das neue Bürgerbildungszentrum mitten in der Stadt nach ihm zu benennen.
Von 15.00 – 16.00 Uhr werden wir uns in der neuen Bibliothek künstlerisch dem Namensgeber des Hauses annähern. Lara Sophie Milagro (Schauspielerin und Autorin), Phillip Kahbo Köppsel (Spoken Word Künstler, Aktivist und Autor) und JoKaa (Musiker) gestalten eine Lesung mit poetischen Texten und Musik, die sich mit der Person Amadeu Antonio im Kontext persönlicher Erinnerungen aus der Wendezeit und damaliger politischer Ereignisse beschäftigt.
Lara Sophie Milagro war schon einige Male in Eberswalde. Gemeinsam mit dem Ensemble Label Noir führte sie  “Heimat, bittersüße Heimat” im Paul-Wunderlich-Haus (Verwaltungszentrum des Landkreises Barnim) und vor Schüler_innen des Gymnasiums Finow auf. Im Stück geht es um das Leben als Afro-Deutsche/r.
Wer schon vorher (oder dann nachher) etwas von Phillip Kahbo Köpsel lesen möchte, dem seien diese beiden Bücher empfohlen:
Die Akte James Knopf  ist eine poetische Verhandlung afrodeutscher kultureller Identität. Wurden Schwarze Deutsche in den 80er Jahren noch als Exoten und Ausländer im eigenen Land angesehen, so sind sie im neuen Jahrtausend Deutsche mit Fußnote des Migrationshintergrunds. In einem Land, welches sich lange Zeit als homogen-weiß und christlich verstand, müssen “abweichende” Identitäten ständig neu und radikal verhandelt werden. Die Akte James Knopf ist Verhandlung und Abrechnung zugleich.
Afro Shop ist eine Sammlung lyrischer und grafischer Werke junger afrodeutscher Kunst- und Literaturschaffender. Die Beiträge entstanden ohne inhaltliche Vorgabe. Dennoch zeichnen sich klare Themenfelder ab: Die Texte und Bilder zeigen Verhandlungen von Identität, Heimat, Rassismus-Erfahrungen und den individuellen Umgang mit ihnen; die Liebe und das Leben, die kleinen und großen Revolutionen im Alltag.
  • Um 16.00 Uhr wird die Widmungstafel für Amadeu Antonio im Eingangsbereich des Bürgerbildungszentrums der Öffentlichkeit übergeben.
  • 16:15 – 16:45 Uhr wiederum in der Bibliothek: “Amadeu Antonio – damals und heute in Eberswalde”, ein Gespräch mit Menschen vom Afrikanischen Kulturverein Palanca e.V., der Barnimer Kampagne “Light me Amadeu” und der Initiative F.E.T.E. (Für ein tolerantes Eberswalde).
Die Lesung mit poetischen Texten und Musik aus Anlass der Eröffnung des Bürgerbildungszentrums Amadeu Antonio mit Lara Sophie Milagro, Phillip Kahbo Köppsel und JoKaa wird von der Koordinierungssstelle Tolerantes Brandenburg im Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg gefördert.

Widmung im Bürgerbildungszentrum erinnert an Amadeu Antonio und bekennt sich

Am 9. August eröffnet das Bürgerbildungszentrum Amadeu Antonio.

Eine Widmung im Eingangsbereich wird an Amadeu Antonio und den rassistischen Mord an ihn erinnern. Sie ist gleichzeitig ein Bekenntnis dafür, dass sich etwas ändern muss. Hier der vollständige Text, auf den sich heute Vertreter/innen des Afrikanischen Kulturvereins Palanca e.V., der Barnimer Kampagne Light me Amadeu und der Stadtverwaltung Eberswalde geeinigt haben:

Amadeu Antonio

Amadeu Antonio wurde am 12.08.1962 in Quimbele, Angola geboren. 1987 kam er als Vertragsarbeiter nach Eberswalde. Statt des erhofften Studium der Flugzeugtechnik erwartete ihn der Einsatz im Schlacht- und Verarbeitungskombinat Eberswalde (SVKE). Am 24.11.1990 wurde er zusammen mit mehreren Schwarzen Kollegen von einer großen Gruppe junger Erwachsener verfolgt, angegriffen und brutal misshandelt. Am 6.12.1990 erlag er seinen schweren Verletzungen.

Der Mord an Amadeu Antonio war einer der ersten aus rassistischen Motiven nach der deutschen Vereinigung. Es folgten in kurzer Zeit weitere Angriffe und Attentate in Hoyerswerda, Rostock-Lichtenhagen, Solingen, Mölln und vielen anderen Städten in Ost- und Westdeutschland. Auch in Eberswalde wurden weiterhin Schwarze, ihre Partnerinnen und Kinder beleidigt, bedroht und verletzt.

Eberswalde nach dem Mord

Die Tat und ihre Umstände schockierten Menschen in Deutschland und im Ausland. Einige Eberswalderinnen und Eberswalder solidarisierten sich mit den Schwarzen. Gemeinsam wurde eine Gedenktafel am Ort des Verbrechens angebracht. Im Afrikanischen Kulturverein Palanca e.V. organisierten sich die ehemaligen Kollegen von Amadeu Antonio, ihre Familien und andere Schwarze und Weiße, um zur Überwindung von Rassismus beizutragen. Langsam wuchs eine zivilgesellschaftliche Bewegung mit Initiativen und Orten, die sich für den Schutz von Minderheiten und gegen Rassismus engagiert. Die Erinnerung an Amadeu Antonio ist Teil davon.

Bürgerbildungszentrum

2012 beschloss die Stadtverordnetenversammlung dieses Haus nach Amadeu Antonio zu benennen. Hier sind die Stadtbibliothek, die Kita “Haus der kleinen Forscher” und zahlreiche Bildungsinitiativen und soziale Vereine untergebracht.

Martin Luther King sagte 1963:

“Ich habe einen Traum. Dass meine vier kleinen Kinder eines Tages in einem Land leben, wo sie nicht nach ihrer Hautfarbe, sondern nach ihrem Charakter beurteilt werden.”

Wir wollen im Bürgerbildungszentrum Amadeu Antonio daran arbeiten, diese Vision wahr werden zu lassen.

Knotunknot – lösen und verbinden, eine soziale Choreographie von Dana Caspersen und William Forsythe

Immigration – Wo stehen Sie? – Wie sind Sie dahin gekommen?

Sonntag, 23. März ab 14.00 Uhr in der REKI-Sporthalle / Finowtalhalle, Schorfheidestraße 30, 16227 Eberswalde (Brandenburgisches Viertel)  

verbindliche Anmeldung: tolerantes_eberswalde@web.de, Tel.: 0163/4454711, Facebook

The Forsythe Company: www.theforsythecompany.com

Dana Caspersen und William Forsythe gehören zu den wichtigsten Akteuren der zeitgenössischen Kunst- und Kulturszene Europas. Ihr Werk löst die Choreographie aus einem klassischen Verständnis und verleiht ihr Dynamik. Dazu gehört auch der Schritt über Grenzen in andere Bereiche der Gesellschaft. Knotunknot ist eine soziale Choreografie, die Dana Caspersen und William Forsythe vor drei Jahren in Frankfurt am Main erstmals aufgeführt haben. Im März macht sie neben Eberswalde auch in Berliner Stadtteilen Station.

Mit Knotunknot kommt es zu einem freundschaftlichen Schulterschluss der Menschen im Quartier mit Kunst und Stadtentwicklung.

Im Gegensatz zu einem Nachbarschaftsfest sind die Beteiligten viel stärker Akteurin und Akteur als Zuschauerin und Zuschauer. Wir wecken die Neugier aufeinander und wandeln diese in Aufmerksamkeit füreinander um.

Der Ablauf:

Teil Eins   Positionen

Die Mitwirkenden bewegen sich durch einen dreieckigen Raum, sammeln und ordnen sich immer wieder neu in Antwort auf eine Reihe von Fragen nach ihren Einstellungen zu Immigrationsaspekten. Die resultierenden Anordnungen hängen, wie auch gesellschaftliche Aufstellungen, von individuellen Lebensgeschichten, Glaubenssystemen und Zugehörigkeiten ab – den subtilen Kräften, die Gesellschaften über einen langen Zeitraum hinweg prägen.

Teil Zwei   Gespräche

In einem benachbarten Bereich werden die Mitwirkenden an 25 quadratischen Tischen in Vierergruppen zu äußerst strukturierten Gesprächen eingeladen. Die Fragen, die zu diesen Gesprächen führen, erkunden: Welche Erfahrungen haben sich mit Wanderung / Zuwanderung? Welche Standpunkte vertreten Sie?

Teil Drei   Knotunknot / Recode

Die gestalterische / künstlerische Arbeit Knotunknot / Recode entsteht aus der formal räumlichen Übersetzung des sozialen Choreographie Knotunknot.

Übersetzt werden die Sprachräume zwischen den Beteiligten, das heißt, sichtbar wird der sich jeweils zwischen vier Mitwirkenden an einem Tisch bildende Zwischenraum. In diesem Zwischenraum ist das Verhältnis der Mitwirkenden zueinander aufgehoben (im doppelten Sinn): In der Bewegung aufeinander zu oder voneinander fort. Der Zwischenraum und die Linien, die den Zwischenraum gleichermaßen begrenzen und zerteilen, erweisen sich als untrennbar miteinander verwoben: knotunknot.

In der sozialen Choreographie sind die Sprachräume festgelegt: das Sprechen, das Zuhören, die Zeit, die Reihenfolge. Damit ist bestimmt, wo die Begrenzungen laufen, innerhalb derer das Miteinander-Sprechen sich ordnet.

In der künstlerischen Umsetzung werden die Sprachräume, wie sie sich aus der Choreographie ergeben, recodiert und damit als Zwischenraum sichtbar.

Mach mit! / Machen Sie mit! – am 17. März beim Frühlingsfest mit dem THEATER DIREKT und am 23. März bei Knotunknot (- lösen und verbinden), einer sozialen Choreographie zu Immigration mit Dana Carpersen (The Forsythe Company)

Ich warte in diesem Jahr mit einigen Überraschungen auf. Was das heißt?

Nun, es wird nicht langweilig und deshalb ganz angenehm. Also lasst euch / Lassen Sie sich auf die Themen Immigration und Zusammenleben in Eberswalde ein.

 

Frühlingsfest des Runden Tisches “Willkommen in Eberswalde” am Montag, den 17. März von 14.00 – 17.00 Uhr. im Bürgerzentrum in der Schorfheidestraße

Wir laden alle Eberswalder/innen zum Frühlingsfest ins Brandenburgische Viertel ein. So wollen wir eine Möglichkeit der Begegnung zwischen Einheimischen und nun in Eberswalde lebenden Flüchtlingen bieten. Es wird eine Hüpfburg geben und Kinderbeschäftigung, Basteln und Trommeln. Wer kommt, kann gern Kuchen mitbringen, zudem wird eine große Reispfanne zubereitet. Der Bürgermeister eröffnet die Veranstaltung.

Als Höhepunkt kündige ich hier das Spiel THEATER DIREKT um 15.00 Uhr an. Alle sind eingeladen, gemeinsam eine Geschichte zu entwickeln und sofort mitzuspielen. Das klappt ganz sicher und ist diesmal besonders interessant, weil die Vielfalt der Erzählungen garantiert ist. Sprachhürden werden dabei zu Lapalien.

Etwa 100 Flüchtlinge, die Hälfte davon Kinder, leben derzeit in unserer Stadt, 35 Flüchtlinge im Wohnverbund im Brandenburgischen Viertel.

 

KNOTUNKNOT – lösen und verbinden, eine soziale Choreographie von Dana Caspersen (The Forsythe Company)

am Sonntag, den 23. März ab 14.00 Uhr in der REKI-Sporthalle / Finowtalhalle, Schorfheidestraße 30 im Brandenburgischen Viertel (kostenfrei)

Große Kunst trifft auf Alltag. Das Ballett steigt von der Bühne. Dana Caspersen (The Forsythe Company) sammelt und ordnet mit uns Fragen zum Thema Immigration.

Sonst bei bei einem in Europa überaus bekannten zeitgenössischen Tanzprojekt engagiert, überträgt Dana Caspersen Struktur und ästhetische Klarheit auf die nachbarschaftliche Begegnung. Jede und jeder kann mitmachen.

Keine Angst, ihr müsst / Sie müssen nicht tanzen. Lasst euch / Lassen Sie sich bewegen und auf ein Dialoggerüst ein, das hilft sich gegenseitig zuzuhören.

100 Menschen können dabei sein. Anmeldung bitte recht schnell an Kai Jahns, tolerantes_eberswalde@web.de, Tel. 0163/4454711.

Hier ein Artikel von Sabine Schulz aus dem Märkischen Sonntag.

Gedenken und Lesung am 23. Todestag von Amadeu Antonio, Freitag, 06.12.2013, 17.00 Uhr

Vergessen, griechisch: Amnesie, ist Nicht-Gedenken.
Erinnern als eine Stärkung im Kampf gegen diskriminierende Gewalt, ist wohl die beste Art, die zu ehren, die wegen Rassismus nicht mehr unter uns sind.
Gedenken und Lesung am 23. Todestag von Amadeu Antonio
Freitag, 06.12.2013, 17.00 Uhr
an der Gedenktafel, Eberswalder Str. 26, 16227 Eberswalde
Gegen das Vergessen – für eine lebenswerte Gegenwart und Zukunft aller Menschen.
Offener und alltäglicher Rassismus, seine Leugnung und Bagatellisierung verwirren und
verletzen weiterhin zahlreiche Menschen. Wir wollen die Aufgabe, das immer noch tödliche Phänomen Rassismus zu thematisieren und zu seiner Überwindung beizutragen,
nicht vergessen.
Nach dem Gedenken sind wir in die Räume des Afrikanischen Kulturvereins Palanca e.V., Coppistraße 1-3, 16227 Eberswalde eingeladen:
Begegnungen und Gespräche bei Essen und Trinken und um
18:30 Uhr: „Die Farbe meiner Haut. Die Anti-Diskriminierungs-Trainerin erzählt“,
Lesung mit ManuEla Ritz, musikalisch begleitet von dem Cellisten Sonny Thet.
Eintritt und Essen sind frei, Spenden willkommen.

51. Geburtstag von Amadeu Antonio am 12. August

Fast hätte ich den Geburtstag von Amadeu Antonio vergessen, den er nicht feiern kann. Amadeu Antonio wurde in Eberswalde von einem rassistischen Mob erschlagen, der Jagt auf Schwarze machte.

Erinnert wurde ich durch Berichte von poc (people of color) über rassistische Übergriffe. Schwarze wurden in Eberswalde im Bus beschimpft und der Schimpfende erhielt durch den benachrichtigten Busfahrer kein Hausverbot, weil dieser “öfter Probleme macht”. Schwarze wurden bedroht und es wurde versucht in ihre Wohnungen einzudringen. Tatverdächtige wurden von der Polizei nicht verfolgt, weil diese “ohne Verletzte nichts machen könnten”. Immer wieder berichten Schwarze davon, dass sie grundlos auf der Straße und im Bus angepöbelt und aggressiv angegrabscht wurden. Statt mit der Begrüßung “Guten Tag” wurden Schwarze oft mit dem Hiltlergruß empfangen.

Das passierte alles in diesem Jahr, alles seit April.

Vortrag von Prof. Eve Rosenhaft: „Eberswalde – Berlin – Douala – Paris: Maria Mandessi Bell und die Eberswalder Anfänge des globalen Black Consciousness“

Samstag, 25. Mai um 19.00 Uhr,

Ort: Gemeinde der Baptisten, Goethestraße 23 a, 16225 Eberswalde

1990  erschlugen Eberswalder den Angolaner Amadeu Antonio.  Fast ein Jahrhundert zuvor hatte in der Stadt eine Begegnung anderer Art zwischen Afrikanern und Deutschen stattgefunden, als die Baptisten die Ausbildung Jugendlicher aus Kamerun in Deutschland förderten und die Vertretung der Interessen der Kameruner gegenüber den deutschen Kolonialmächtigen unterstützten. 

In ihrem Vortrag erinnert Frau Prof. Eve Rosenhaft an diese geteilte Geschichte, vor allem an die Kameruner Frauen, die im Rahmen der baptistischen Missionsarbeit nach Deutschland kamen. Eine von diesen, Maria Mandessi Bell, spielte sowohl im Kampf gegen den Kolonialismus um 1914 als auch in der späteren Entwicklung der panafrikanischen Kulturbewegung eine Schlüsselrolle. Sie wurde im November 1895 in Douala, Kamerun geboren. Ihr Vater war David Mandessi Bell, der Adoptivsohn von „King Bell“ und Besitzer einer großen Kakao-Plantage.

Auf einem der ältesten Fotografien, die von der damals noch in der Eichwerder Straße befindlichen Eberswalder Baptistengemeinde existiert, ist diese junge Dame neben dem Prediger Ernst Wißtoff zu sehen. In Wolfsdorf/Ostpreußen wurde sie 1912 getauft, fand Aufnahme im Haushalt des Predigers und folgte im November den Wißtoffs nach Eberswalde, wo Ernst Wißtoff eine Predigerstelle antrat. Ihre Zeit hier soll eine glückliche Zeit gewesen sein. Ihre stärksten Erinnerungen waren mit Chorausflügen und einer Vielzahl von Liedern verbunden, die sie – über 90jährig – noch in perfektem Deutsch singen konnte. Am 1. April 1914 verließ Maria Mandessi Bell Eberswalde und schloss sich der junge Baptistengemeinde in der Schönhauser Allee im Norden von Berlin (Prenzlauer Berg) an. Nach Douala zurückgekehrt, versuchte sie, den Kontakt zu ihrem “lieben Onkel und ihrer lieben Tante” in Eberswalde aufrecht zu erhalten. Davon zeugen Briefe mit herzlichen Grüßen an Wißtoffs und andere Mitglieder der Eberswalder Gemeinde.

Auf dem Bild ist die Einführung des neuen Baptistenpastors Wißtoff mit seiner Familie im Jahr 1912  zu sehen. Die vierte Person von links ist die Maria Mandessi Bell.

Eve Rosenhaft ist Professorin für deutsche Geschichte an der University of Liverpool (GB).  Veröffentlichungen zur Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung sowie zur Geschlechtergeschichte und der Geschichte der Minderheiten, darunter zuletzt Africa in Europe. Studies in Transnational Practice in the Long Twentieth Century (Liverpool 2013) und Black Germany. The Making and Unmaking of a Diaspora Community 1884-1960 (Cambridge 2013, im Druck)

Weitere Informationen habe ich im Netz hier gefunden: Bonamanga. Eine kosmopolitische Familiengeschichte