500 Demonstrantinnen und Demonstranten signalisieren in Finowfurt, dass sie von Nazikonzerten nichts halten.

Zurück aus Finowfurt kann ich berichten, dass wir die Anreise der Nazis zum Konzert erfolgreich behindert haben.

Viel wichtiger ist aber, dass die unterschiedlichsten Menschen dabei mitmachten und wir Unterstützung aus ganz Brandenburg hatten.

Klaus bald ist deine Musik ganz aus.

Hier nun einige Berichte und Fotos.

Etwas von den Nazis auf dem Gelände von Klaus Mann und an einer Blockadestelle gibt es bei indymedia zu sehen.

Hier ein Bericht bei INFORIOT. Und auch in Bernau und Wandlitz konnte den Nazis, da die NPD, erfolgreich etwas entgegen gesetzt werden.

Markov und Trochowski am Samstag dabei: Finanzminister und Staatssekretärin rufen zu friedlichem Protest gegen Nazikonzert auf

Finanzminister Hemuth Markov und Staatsekretärin Daniela Trochowski werden an diesem Samstag mit ihrer Anwesenheit in Finowfurt ihre solidarische Unterstützung mit all denjenigen teilen, die das Ziel verfolgen, das Nazikonzert zu verhindern.

„Finowfurt Nazifrei!“ | 40/2013

Brandenburg steht das größte Rechtsrockkonzert der vergangenen Jahre bevor:

Mann oh Mann – Proteste angekündigt (INFORIOT)

Nach einer Auftaktveranstaltung im Kulturhaus will das Bündnis BUNTE Schorfheide gemeinsam mit dem Bündnis FINOWFURT NAZIFREI demonstrieren, um dem Nazi-Spuk auch auf der Straße etwas entgegen zu setzen. Bürgermeister Uwe Schoknecht nimmt für seine Gemeinde Lehrzeit in Anspruch: „Wir sind nicht im Wendland, wo man Demonstrationen seit 40 Jahren kennt. Bei uns in der Schorfheide muss die Demonstrationskultur erst wachsen!“ – Es besteht also die Hoffnung, dass es eine Kampagne gibt, die solange dauert, bis keine Rechtsextremen mehr in Finwofurt feiern.

Die Aktionskarte zum Ausdrucken und Informationen zur An- und Abreise gibt es auf der Seite DEN NAZIS DEN STECKER ZIEHEN! – Finowfurt Nazifrei.

Die Grünen grillen Samstag „arme braune Würstchen“. Dazu kann ich nur schreiben, ich kann Bratwurst schon nicht mehr sehen. Wenn´s schmeckt, sollen aber die eine oder der andere Biss zeigen. Und ich hoffe, die Nazis fühlen sich verarscht und wir uns gestärkt, denn die größten Trümpfe der Braunen sind die von ihnen verbreitete Angst und Gewalt.

Kein Platz für Nazis – gilt auch in Finowfurt!

Am 18. Mai soll auf dem Gelände der Nazifamilie Mann in Finowfurt ein bundesweites Treffen für die nazistische Musikszene statt finden. Zudem haben sich einige regionale Größen aus Brandenburg angekündigt. Die lokale Szene wächst und gewinnt an Selbstbewusstsein.

Demokratische Kräfte mobilisieren und die Zivilcourage in der eigenen Bevölkerung stärken, dafür  steht die Veranstaltung am 18. Mai, zu der die Gemeinde Schorfheide und das Bündnis „BUNTE Schorfheide am Pfingstsamstag aufrufen.

In der Konzerthalle Finowfurt (Hauptstraße 116a) wird unter anderem Charlie Chaplins Film „Der große Diktator“ gezeigt. Rockmusiker Uwe Kolberg setzt mit seiner Stimme und seinen Texten ein musikalisches Zeichen gegen das Großkonzert der rechtsextremen Szene am gleichen Tag.

Die Auseinandersetzung mit dem rechtsextremen Veranstaltungsort durch die Finowfurter/innen ist so alt wie die Aktivitäten der Nazis. Die Koordinierungsstelle für Toleranz Eberswalde veranstaltete im März 2008 gemeinsam mit der Gemeinde Schorfheide, dem Verein Bands United e.V. und der Amadeu Antonio Stiftung ein Konzert mit den Sportfreunden Stiller und dem lokalen Support Commissioner Gordon . Unterstützung fanden wir beim Lokalen Aktionsplan Barnim und beim Aktionsbündnis Brandenburg gegen Gewalt, Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit. Seit dem brach die Diskussion nicht mehr ab.

Um den Nazis nicht das Feld zu überlassen unterstützte der Landkreis Barnim 2008 unter anderem mit Hilfe des Lokalen Aktionsplans Barnim die Anschaffung und Ausgestaltung eines Jugendmobils und so flächendeckende Angebote der Jugendarbeit, da die Nazis insbesondere Jugendliche umwarben.

Die Barnimer Kampagne Light me Amadeu entstand schon Ende 2006 bei einem open space an dem auch Schüler/innen und Lehrer/innen der Schule Finowfurt und der Grundschule Lichterfelde teilnahmen. Einwohner/innen der Gemeinde Schorfheide waren seither immer wieder in dieser antirassistischen Initiative aktiv.

Angesichts der begründeten Vermutung, dass es sich beim anstehenden Nazi-Konzert um einen Bestandteil der aktuellen Solidaritätkampagne für den wegen Beihilfe zum Mord in neun Fällen angeklagten mutmaßlichen NSU-Unterstützer Ralf Wohlleben handelt, wird augenfällig, dass wir in Finowfurt darüber reden sollten, was die rechtsextreme Szene antreibt und wer die Opfer von Hass und Gewalt sind.

Mehr Informationen zum „Benefizkonzert“ für „Kameraden in Not“ findet mensch hier: Nazi-Großkonzert in Finowfurt

Derweil berichtet das Infoportal gegenrede von einem geplanten Auftritt der Bremer Band „Kategorie C – Hungrige Wölfe“ am Geburtstag von Rudolf Hess im August in Finowfurt.

Das Bündnis FINOWFURT NAZIFREI ruft zur Verhinderung des Nazikonzerts am 18. Mai in Finowfurt auf.

Seit 6 Jahren finden in Finowfurt (Ortsteil der Gemeinde Schorfheide) regelmäßig Konzerte rechtsextremer Bands statt. Am 18. Mai (Samstag vor Pfingsten) sollen nun insgesamt 13 Bands auftreten. Schon die Namen stehen für den Inhalt: 12 Golden Years, Frontfeuer, Priorität 18, Legion Of Thor usw. …

Seit 2010 ist Finowfurt im Oktober Austragungsort eines sogenannten Preußentags, der sich als Gegenveranstaltung zum Tag der Deutschen Einheit begreift. Erinnern wir am 3. Oktober 1990 an die Vereinigung beider deutscher Staaten, so wollen die Nazis das Deutsche Reich wiederhaben und trauern den ehemaligen deutschen Gebieten jenseits der Oder nach. Dabei leugnen sie die Verbrechen des nationalsozialistischen Deutschland und beschwören einen preußischen Geist als Gegensatz zur Demokratie.

Es bedarf endlich eines deutlichen Signals!  Ein Bündnis aus antifaschistischen Initiativen, Parteien, Vereinen und Gewerkschaften wird am 18. Mai in Finowfurt auf die Straße gehen.

Das Bündnis FINOWFURT NAZIFREI ruft zur Verhinderung des Nazikonzerts am 18. Mai in Finowfurt auf.

Mehr Informationen hier: DEN NAZIS DEN STECKER ZIEHEN! Finowfurt Nazifrei

Ausstellung des Verfassungsschutzes in Eberswalde

Großer Bahnhof am 8. April um 18.00 Uhr im Tourismuszentrum in Eberswalde. Aus Anlass der Eröffnung der Ausstellung DIE BRAUNE FALLE – Eine rechtsextremistische „Karriere“ des  Bundesamtes für Verfassungsschutz sprechen neben Carlo Weber und Cordula Hallmann unser Bürgermeister Friedhelm Boginski und der Vorsitzende des städtischen Ausschusses für Bildung, Jugend und Sport Martin Hoeck.

Carlo Weber, der Leitende Oberstaatsanwalt der Staatsanwaltschaft Frankfurt/Oder, wird derzeit als aussichtsreichster Kandidat für die Nachfolge für Winfriede Schreiber im Amt des Leiters der Verfassungsschutzabteilung im brandenburgischen Innenministerium gehandelt. Cordula Hallmann ist Referatsgruppenleiterin im Bundesamt für Verfassungsschutz.

Die gezeigte Wanderausstellung „richtet sich an politisch interessierte Menschen im Allgemeinen, insbesondere jedoch an Schüler und Jugendliche“, heißt es in der zugehörigen Broschüre. Ein fiktiver Aussteiger berichtet von seinem Weg in die rechtsextreme Szene und wieder heraus. Gespannt bin ich auf „eine nach zeitgemäßen didaktischen Kriterien gestaltete Ausstellung“.

Rechtsextreme Musik, Bandauftritte, Partys und Tonträger halten die Szene am Leben und schaffen Zugang für neue Leute. Eberswalde hat da ein dickes Problem direkt vor der Haustür und einen Naziladen in der Stadt, wie der aktuelle Verfassungsschutzbericht des Landes Brandenburg dokumentiert:

Das Gelände in Finowfurt ist schon seit mehreren Jahren für rechtsextremistische Veranstaltungen bekannt. Auch 2012 wurde es entsprechend genutzt. Es gehört dem dort wohnenden Rechtsextremisten Klaus Mann. Mann war der letzte brandenburgische DVU-Landesvorsitzende und ist seit Januar 2013 Vorsitzender der Partei „Die Rechte“ im Land Brandenburg. Zwei besonders hervorzuhebende Veranstaltungen waren ein Sommerfest am 23. Juni 2012 mit rund 250 Teilnehmern. Hierbei traten unter anderem die Bands „Kinderzimmerterroristen“, „Preussenstolz“ und „12 Golden Years“ auf. Das Abspielen strafrechtlich relevanter Musiktitel wurde nicht festgestellt. Am 6. Oktober 2012 fand der von der NPD ins Leben gerufene „3. Preußentag“ mit rund 600 Besuchern statt. Hauptgrund für diese überraschend hohe Zahl waren die rechtsextremistischen Bands. Deshalb kamen die meisten Teilnehmer auch abends, die Reden am Nachmittag zogen weit weniger Publikum an. Daneben gab es kleinere interne Veranstaltungen, darunter ein Sportfest. (Verfassungsschutzbericht Brandenburg 2012, Seite 86 und 87)

Das Konzert am 6.10.2013 u.a. mit einem geplanten Auftritt von „Frontfeuer“ wurde aufgelöst. (ebenda, Seite 122)

Die Auftritte der Bands „Hausmannskost“ und „Frontfeuer“ am 4. August 2012 in Finowfurt (BAR) brachten den Mitgliedern der Band nicht nur Applaus vom Publikum, sondern jeweils Ermittlungsverfahren wegen Volksverhetzung ein. Darüber hinaus beendete die Polizei die Veranstaltung vorzeitig. (ebenda, Seite 127)

Im August 2012 wurden die Geschäftsräume des „Nationalen Medienvertriebs“ (NMV) in Eberswalde (BAR) durchsucht. […] Anlass für die polizeilichen Durchsuchungen waren rechtsextremistische und volksverhetzende Tonträger, die im Sortiment geführt wurden. (ebenda, Seite 127)

Aktuelle Meldung: Am 3. April 2013 berichtet das Informationsportal Gegenrede, dass am 13. April das nächste Nazikonzert in Finowfurt stattfinden soll. „Frontfeuer“ aus Beeskow und „12 Golden Years“ aus Thüringen sind angekündigt. Dazu noch „Ostfront“ aus Berlin. Es mobilisiert die Kameradschaft Kommando Werwolf aus Frankfurt/Oder.

Was machen eigentlich die Nazis bei uns und in der Gemeinde Schorfheide (Finowfurt)?

Derzeit kann mensch immer irgendwo den Fim Kriegerin sehen, den es im Netz auch als Stream gibt. U. a. zerlegt darin die Subkultur eine Neubauwohnung bei einer Bierparty.

Nazifeiern gehen auch in Eberswalde. Mitte November unterband eine Polizeistreife im Brandenburgischen Viertel in einer Wohnung das laute Abspielen von Musik mit antisemitischem Inhalt. Die Versammelten hatten dem Alkohol kräftig zugesprochen. Siehe Polizeimeldung vom 15.11.2012.

Ein Umtrunk in einer Wohnung in der Grabowstraße endet im September 2007 damit, dass die 6 Feiernden, darunter eine Frau, auf der Suche nach Gegnern bewaffnet durch Eberswalde zogen, Hakenkreuze schmierten und den Imbiss einer vietnamesischen Familie abbrannten.

Noch schöner Saufen ist auf dem Gelände von Klaus Mann in Finowfurt möglich, beim letzten Preußentag der NPD am 6. Oktober immerhin zu Sleipnir oder früher zu Exzess, deren Sänger im hier verlinkten YouTube Video erstmal den „Eberswalder Klamottenversand“ grüßt.

Seit Ende Januar ist Klaus Mann nun Vorsitzender des brandenburgischen Landesverbandes der Partei DIE RECHTE. Seine Frau Sibylle Mann, die 2008 für die DVU in die Gemeindevertretung Schorfheide gewählt wurde, fungiert als Stellvertreterin.

In NRW prüft das Innenministerium derzeit, ob es sich bei der Partei DIE RECHTE um eine echte Partei handelt oder um eine Ersatzorganisation für mit Verbot belegte Neonaziguppen.

Siehe Worch-Partei stellt sich neu auf und Ersatzorganisation für Neonazis? beim Internetdienst Bilck nach Rechts.

Mehr über die Partei DIE RECHTE ist bei der Brandenburgischen Landeszentrale für politische Bildung zu erfahren: „Die Rechte“ Eine Alternative zur NPD?