Verschiedenes

Bundeswehr

In dieser Woche war zu lesen, dass Marinesoldaten der Bundeswehr einen Vorgesetzten attakiert haben. Dabei erfuhren wir auch etwas vom Migrationshintergrund des Opfers. Eine rassistische Motivation des Übergriffs wurde verneint.

Interessant in diesem Zusammenhang finde ich diese Information: Auf Initiative von Hauptmann Ntagahoraho Burihabwa gibt es seit dem Jahr 2010 die Initiative Deutscher.Soldat. e.V., die Zeichen gegen die Verbreitung von stereotypen Vorurteilen setzt.

Gut ist, dass Menschen an ihren Taten und nicht an ihrer Abstammung gemessen werden, meint einer der Unterstützer auf der Webseite der Initiative dazu.

Altkleidersammlung

Ebenfalls habe ich gelesen, dass die Firma H&M als erstes Modeunternehmen eine weltweite Initiative zum Kleidung sammeln umsetzt. Zitat H&M – Global Clothes Collecting Initiative: Durch diese globale Initiative können Kunden dazu beitragen, natürliche Ressourcen zu schonen und die Umweltauswirkungen durch Textilabfälle zu reduzieren.

Das Deutsche Rote Kreuz steht der Kampagne mit gemischten Gefühlen gegenüber, denn es ist anzunehmen, dass die Hilfsorganisation nun weniger Kleiderspenden erhalten wird. Das DRK selbst war mit der NDR-Reportage “Die Altkleiderlüge – Wie Spenden zum Geschäft werden” in die Kritik geraten. Danach wird mit der Einfuhr von gebrauchten Textilien die Produktion in afrikanischen Ländern zerstört.

10 Fragen und Antworten zur NDR-Reportage “Die Altkleider-Lüge”

FairWertung – nützliche Informationen rund um das Thema Kleidersammlung und Secondhand-Kleidung

Brandenburg 33

Rechtsextremisten beschäftigen sich obsessiv mit dem Nationalsozialismus und dem 2. Weltkrieg. Die Auseinandersetzung mit den aktuellen Nazis kommt also an einer eigenen Betrachtung der Zeit von 1933-1945 und den Jahren davor und danach nicht vorbei.

2013/14 jährt sich die Phase der Machtergreifung durch die Nazis zum 80. Mal. Die Webseite Brandenburg 33 soll eine Darstellung des Prozesses der Entdemokratisierung von 1931-1934 auf dem Gebiet des heutigen Landes Brandenburg ermöglichen.

Jede/r kann mitarbeiten, vor Ort recherchieren und einen Beitrag verfassen. So soll eine Sammlung von Kalenderblättern entstehen, die von lokalen Ereignissen berichten. Zudem dient das ganze Unterfangen der Vernetzung der Akteure.

Für Eberswalde existiert bisher ein Eintrag, der von der Bestattung von Carin Göring bei Eberswalde berichtet. Am 21. Juni 1934 wird danach ein Sonderzug am Eberswalder Bahnhof von der dortigen Bevölkerung sowie der Landespolizei, der SA und der SS empfangen. Die Überführung wurde dann mit dem Auto nach Carinhall fortgesetzt. Die von ihm nach seiner Frau benannte Privatresidenz Görings befand sich in der Schorfheide. In Carinhall unterhielt Göring eine hauptsächlich aus Raub- und Beutekunst bestehende Kunstsammlung.

Eberswalde wurde einige Male von Hitler und Göring besucht. Beide wurden Ehrenbürger der Stadt.

Da beschäftigt mich jetzt, ergänzend zu dem Kalenderblatt, die Frage, was vom NS-Kult um die Hitlerverehrerin Carin Göring in Eberswalde ankam.

Hier ein aktueller Artikel zu Carin Göring: Die Frau, die fünfmal beigesetzt wurde

Mehr sicher hier: Ausstellung “Jagt und Macht”

BLACK INTERVENTION

Hier ein Hinweis auf eine Veranstaltung im Ballhaus Naunynstraße, die ich heute besuchen werde. Auch in Eberswalde entblöden sich Menschen nicht (z.B. in Leserbriefen an die MOZ) und bestehen auf der Weiterverwendung des N – Wortes in Kinderbüchern.

Der Ankündigungstext:

Mehr als Worte – Aus Anlass der aktuellen Kinderbuchdebatte
Mit Joshua Kwesi Aikins, Simone Dede Ayivi, Nadine Golly, Noa Ha, Philipp Khabo Köpsell, Mekonnen Mesghena, Nadja Ofuatey-Alazard, Noah Sow
20. Februar 2013, 19 Uhr – Eintritt frei

Seit einigen Wochen tobt in Feuilletons und Kulturmagazinen eine Debatte, die erneut zeigt, wie weit die Mitte der deutschen Gesellschaft von einer Akzeptanz ihrer realen Vielfalt noch entfernt ist, und wie sehr es mit der Sensibilität für eine inklusive und herrschaftsfreie Sprache noch im Argen liegt. Sprache ist mehr als ein Kommunikationsinstrument. Sie ist auch ein Barometer sozialer Beziehungen und Verhältnisse. Bis heute aber bedienen sich zahlreiche populäre Kinderbücher der Spracharithmetik der Kolonialzeit.

Die durch Mekonnen Mesghena angestoßene sprachliche Anpassung des Kinderbuches “Die kleine Hexe” hat in Deutschland und weit über die Grenzen hinaus große Wellen geschlagen.

Insbesondere die Nomenklatura der deutschsprachigen Feuilletonseiten verteidigt den Erhalt diskriminierender Begriffe in Kinderbüchern vehement und unter Anrufung verschiedenster Feindbilder: “Zensur”, “Sprachpolizei”, “Political Correctness”. Meinungsvielfalt: Fehlanzeige. Weiße Männer diskutieren miteinander über Rassismus, und darüber, ob Minderheiten sich diskriminiert fühlen dürfen oder nicht: Was damals für den weißen Mann richtig war, das kann heute nicht falsch sein. Nur zaghaft wurden einzelne Stimmen zugelassen, die koloniale Altlasten anprangerten.

Begleitet wird die Debatte mit persönlichen Diffamierungen, rassistischen Angriffen und Hassmails, insbesondere gegen den Initiator der Debatte.

Aus aktuellem Anlass bietet die Veranstaltung Black Intervention Raum für Schwarze, PoC und postmigrantische Stimmen und Perspektiven aus Wissenschaft und Kunst.

Hier ein Bericht über die Veranstaltung:

Pippi Langstrumpf im Herzen der Finsternis

Do it yourself.

Wir bauen am EXIL (Bauvorbereitung) und derweil macht Mitarbeiter Patrick Meinhardt erst einmal Öffentlichkeitsarbeit. Hier ein Bild vom Rückbau der Decke in der Veranstaltungsbaracke. Das Foto stammt von Torsten Stapel, der die Dokumentation für die Untere Denkmalschutzbehörde bearbeitet.

Der Kollege auf dem Bild ist ein Praktikant von einem regionalen Bildungsträger.

 

Vergangenheit der Eisenspalterei 

Mit dem Projekt “Stärkung von Kompetenz für Arbeit am Erinnerungsort Eisenspalterei”, in dem Meinhardt arbeitet und das aus dem Europäischen Sozialfonds und vom Land Brandenburg gefördert wird, soll Jugendlichen nun vor allem unsere heimatliche Geschichte bewusst gemacht werden. Getreu dem Motto “Do it yourself” hilft man sich gegenseitig, was so viel bedeutet, wie Hilfe für junge Menschen auf ihrem Weg in den Arbeitsmarkt zu leisten. Die Jugendlichen helfen dann im Gegenzug im “Exil” aus.

Mehr in der MOZ vom 18.02.2013.

“Standhalten gegen rechtsextreme Gewalt” – das ZDF-Magazin 37 Grad dokumentiert die Mühen, Sendetermin heute 22.15 Uhr

Zossen, Cottbus, Eberswalde

Die Angst von Nazis gemobt zu werden, wenn man sich als ihr Gegner zu erkennen gibt, hält den einen oder anderen Menschen davon ab, Gesicht zu zeigen. Die Reportage aus Zossen wird diesen Reflex hoffentlich nicht verstärken.

Gewalt und eine zur Schau gestellte Gewaltaffinität sind das Schmiermittel, das die rechtsextreme Szene am Laufen hält. Wenn wir ihr widerstehen, dann verschwindet zumindest die Dominanz der Nazis, und das Gewicht des stärkeren Arguments kann wirken.

Wer mag, kann auf der Webseite des Magazins schon einen Trailer ansehen
und einen Drehbericht des Autors lesen.

Letzte Meldung vom 12.02.: Der für den Brandanschlag auf das Haus der Demokratie zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilte Nazi hat sich in einem Brief aus der Haft heraus für seine Tat entschuldigt. Mehr hier.

 

Cottbus bekennt Farbe

Wer selbst aktiv werden und sich mit der Bürgerinitiative Cottbuser Aufbruch und dem Bündnis Cottbus Nazifrei solidarisieren will, kann sich am 15. Februar an der Demonstration gegen einen geplanten NPD-Aufmarsch beteiligen. Diese startet um15:30 Uhr am Hauptbahnhof und endet um 17:30 am Schillerpark. Cottbus Nazifrei ruft dazu auf, sich im Anschluss dem Nazi-Aufmarsch entgegen zu stellen.

Die NPD benutzt den Jahrestag der Bombardierung von Cottbus für ihre Geschichtsverdrehung und die Umdeutung der Naziverbrechen.

Mehr als 1,5 Millionen Menschen fanden im Zweiten Weltkrieg durch Luftangriffe den Tod, ein Drittel davon in Deutschland. Beim Bombenkrieg gegen Deutschland ging es darum, den Nationalsozialismus, dieses menschenverachtende, menschenfeindliche System und seine Kriegsmaschinerie lahm zu legen und zu vernichten, nicht die deutsche Bevölkerung …

Was machen eigentlich die Nazis bei uns und in der Gemeinde Schorfheide (Finowfurt)?

Derzeit kann mensch immer irgendwo den Fim Kriegerin sehen, den es im Netz auch als Stream gibt. U. a. zerlegt darin die Subkultur eine Neubauwohnung bei einer Bierparty.

Nazifeiern gehen auch in Eberswalde. Mitte November unterband eine Polizeistreife im Brandenburgischen Viertel in einer Wohnung das laute Abspielen von Musik mit antisemitischem Inhalt. Die Versammelten hatten dem Alkohol kräftig zugesprochen. Siehe Polizeimeldung vom 15.11.2012.

Ein Umtrunk in einer Wohnung in der Grabowstraße endet im September 2007 damit, dass die 6 Feiernden, darunter eine Frau, auf der Suche nach Gegnern bewaffnet durch Eberswalde zogen, Hakenkreuze schmierten und den Imbiss einer vietnamesischen Familie abbrannten.

Noch schöner Saufen ist auf dem Gelände von Klaus Mann in Finowfurt möglich, beim letzten Preußentag der NPD am 6. Oktober immerhin zu Sleipnir oder früher zu Exzess, deren Sänger im hier verlinkten YouTube Video erstmal den “Eberswalder Klamottenversand” grüßt.

Seit Ende Januar ist Klaus Mann nun Vorsitzender des brandenburgischen Landesverbandes der Partei DIE RECHTE. Seine Frau Sibylle Mann, die 2008 für die DVU in die Gemeindevertretung Schorfheide gewählt wurde, fungiert als Stellvertreterin.

In NRW prüft das Innenministerium derzeit, ob es sich bei der Partei DIE RECHTE um eine echte Partei handelt oder um eine Ersatzorganisation für mit Verbot belegte Neonaziguppen.

Siehe Worch-Partei stellt sich neu auf und Ersatzorganisation für Neonazis? beim Internetdienst Bilck nach Rechts.

Mehr über die Partei DIE RECHTE ist bei der Brandenburgischen Landeszentrale für politische Bildung zu erfahren: “Die Rechte” Eine Alternative zur NPD?