Die (heilige?) Gaby der SVKE – Mittwoch, 4. Juni 2014 – Es geht los, auch für euch. Jetzt mitmachen. Erste Lesung des Stückes um 19.00 Uhr im EXIL.

Die in den 70er Jahren mit modernster Technik aufgebaute fleischverarbeitende Industrie in Eberswalde zog tausende von Arbeitskräften in die Stadt. Neubauviertel entstanden, Kindergärten, Schulen, Kulturhäuser wurden errichtet, und Schweine wurden eingeflogen. Mit dem modernsten Schweinemast- und verarbeitungskomplex in Europa brach ein neues Zeitalter der industriellen Landwirtschaft an.

Mit der Vereinigung gerieten ab 1990 alle Betriebsteile in die Turbulenzen gesellschaftlicher Umwälzungen. Der Versuch sich gegen Abwicklung und Verkauf durch Selbstübernahme und eigene Umwandlungsvorschläge zu behaupten scheiterte, der größte Teil wurde letztendlich geschlossen, die Mitarbeiter entlassen.

Doch die meisten Menschen blieben in Eberswalde. Mit ihnen haben wir zahlreiche Interviews über ihre Arbeit, die damalige Zeit und ihr heutiges Leben geführt. Wie sehen sie all diese schwierigen Prozesse heute? Was ist ihnen wichtig zu erzählen und zu erinnern.?

Unser Autor Sascha Hargesheimer verlegt diese Geschichte nun in eine andere Welt, in der sich ein junger Mann auf die Suche nach der heiligen Gaby macht. Im widerfahren erstaunliche Dinge, die dem einen oder anderen bekannt vorkommen könnten …   In Schlagern der 70er und 80er Jahren blitzen vergangene Geschichten und stehen neben anarchisch-lustvoller alle Begrenzungen sprengender Punkmusik.

Premiere: Freitag 15. August 2014, 20.00 Uhr

Vorstellungen: Samstag 16. August 2014, Freitag 22. August 2014, Samstag 23. August 2014, Freitag 05. September 2014 und Samstag 06. September 2014 jeweils um 20.00 Uhr

im EXIL, Am Bahnhof Eisenspalterei in 16227 Eberswalde

Es spielen Leute aus der Punkrockszene Eberswaldes und ehemalige Mitarbeiter/innen des SZME und SVKE.

Text: Sascha Hargesheimer, Regie: Heike Scharpff, Dramaturgie: Katja Kettner, Ausstattung: Alexej Fittgen, Musik: Ansgar Tappert und Anastasia Suvorov, Choreographie: Howard Katz

Gefördert durch den FONDS SOZIOKULTUR, das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg, den Landkreis Barnim und die Stadt Eberswalde.

Thomas Haberland – ein Brandstifter in der Stadtverordnetenversammlung Joachimsthal

Im September 1992 brannte der Nazi Thomas Haberland mit einem Komplizen aus Judenhass die Baracke 38, die jüdische Baracke des ehemaligen KZ Sachsenhausen nieder. Er wurde dafür zu 3 Jahren Haft verurteilt.

“Das war ein gezielter antisemitischer Anschlag, bis dahin der schwerste Vorfall dieser Art in Brandenburg und sicherlich eine Reaktion auf den Besuch Itzhak Rabins”, sagte Morsch (Direktor der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten). Nur zehn Tage vor der Tat hatte der damalige israelische Ministerpräsident die Gedenkstätte besucht und dabei auch die jüdische Baracke besichtigt. Am Morgen des 29. September 1992 waren davon nur noch die verkohlten Grundmauern übrig. Quelle: Brandanschlag auf jüdische Baracke jährt sich zum 20. Mal

Der mittlerweile 43-jährige Haberland wurde am vergangenen Sonntag als Kandidat der NPD in die Stadtverordnetenversammlung von Joachimsthal gewählt.

Niemandes Erbe? – jüdische Friedhöfe in Westpolen

Verschiedene Nationen, verschiedene Erinnerungen – Erinnerungskultur und Kulturerbe in der deutsch-polnischen Grenzregion

Vorträge und Diskussion

Veranstaltungssaal des Kulturzentrums Chojna (altes Rathaus neben der Marienkirche)

Freitag, 30. Mai 2014 ab 17.30 Uhr

Die Veranstaltung erfolgt in polnischer Sprache. Für eine Simultanübersetzung wird gesorgt.

Eckehardt Ruthenberg, ein Künstler aus Berrlin, ging bereits Mitte der 1980er Jahre in der DDR auf Spurensuche nach jüdischen Friedhöfen. Auf eigene Faust entdeckte er die meisten der 300 erhaltenen, doch kaum dokumentierten und oft verwahrlosten jüdischen Bestattungsorte. Seit 2006 führte ihn der Weg nach Westpolen, wo er nach den vergessenen jüdischen Friedhöfen suchte. Er verstarb 2011.

Nun ist ein Buch von Ruthenberg Dawne cmentarze żydowskie powiatu gryfińskiego i starogardzkiego (Ehemalige jüdische Friedhöfe im Kreis Greifenhagen und Stargard) von Verein “Terra Incognita” herausgegeben worden. Mehr Informationen zum Buch hier.

Das ganze Programm im Ablauf:

  • Vorstellung des Buches Dawne cmentarze żydowskie powiatu gryfińskiego i stargardzkiego von Eckehardt Ruthenberg; Dr. Pawel Migdalski (Universität Stettin, Verein “Terra Incognita”)
  • Der Erinnerungsarbeiter. Zur Tätigkeit Ruthenbergs im deutsch-polnischen Grenzgebiet; Ewa Czerwiakowski (Berlin)
  • Gedenkkonzepte zum jüdischen Leben in Eberswalde; Kai Jahns (Eberswalde)
  • Ideen zum Gedenken an das jüdische Leben in Chojna; Dr. Pawel Migdalski, Robert Ryss (Gazeta Chojeńska, Verein Terra Incognita)

Start der Spendensammlung für die Gestaltung eines Gedenkortes in Chojna.

Diskussion: Prof. Dr. Jan M. Piskorski (Universität Stettin), Ewa Czerwiakowski (Berlin), Kai Jahns (Eberswalde), Ewa Stanecka (Westpommerscher Denkmalschutz)

Moderation: Robert Ryss

Ich werde in meinem Vortrag über Gedenkkonzepte in Eberswalde über das Eberswalder Gedenkbuch und die Stolpersteine in Eberswalde, über das Synagogendenkmal “Wachsen-mit-Erinnerung” der Künstler Horst Hoheisel und Andreas Knitz und über den Neuen Blumenplatz (benannt nach Czesław Miłosz’ Shoa-Gedicht «Campo di Fiori») berichten.

Zur Erinnerung an die Vergangenheit gehört die Verantwortung für die Gegenwart und die Zukunft und damit die aktive Hilfe für Menschen, die an den Schrecken des Holocaust leiden. Eberswalderinnen und Eberswalder unterstützen die Arbeit von AMCHA e.V.. Die gleichnamige Einrichtung AMCHA steht in Israel Holocaust-Überlebenden sowie deren nachfolgenden Generationen bei der Bewältigung ihrer Traumata zur Seite. Gemeinsam mit AMCHA Deutschland e.V. ermöglichen wir die Begegnung mit Zeitzeugen des Holocaust in Eberswalde.

zum Nachlesen: Kolumne von Anetta Kahane

Anetta Kahane schrieb am 27.04.2014 in der Berliner Zeitung über die aktuellen Montagsdemos für den Frieden: “Ein Mischmasch aus Klassenkampf, Euroskepsis, Nationalismus, Paranoia und Verschwörungsideen über 9/11, Islamhass und Antisemitismus ist dabei, die Straße zu erobern. Jede dieser Gruppen für sich genommen ist meschugge, und wie alle Verrückten haben sie ihre Fans. Doch zusammen bilden sie die Ideologie eines modernen antisemitischen Pessimismus, der so widersinnig wie gefährlich ist. Denn für antiwestliche Verschwörungstheorien und Demokratieverachtung sind weit mehr Menschen empfänglich als die Summe der Irren, die jetzt hinter den Querfrontlern wie Jürgen Elsässer und Ken Jebsen hinterherlaufen.”

Eine Beispielhäufung antisemitischer Aussagen von Jebsen findet sich hier zusammengestellt: KenFM “Rassistischer Zionismus”

Heute in der Berliner Zeitung was zu den Montagsdemos und zu Jebsen, der Ende 2011 vom RBB wegen Antisemitismusvorwürfen entlassen wurde: Völkische Friedensbewegung.

Und ein Artikel von heute zu den Montagsdemos im Freitag: NPD – Die falschen Friedensfreunde!

Ich hol mir ein Abo der Berliner Zeitung (und vom Freitag) und möchte nicht mit dem Scheiß von dem Jebsen zugespamt werden.