9. Oktober – Empfang für Neubürgerinnen und Neubürger der Stadt Eberswalde im Bürgerbildungszentrum Amadeu Antonio

Am 9. Oktober findet der diesjährige Empfang für die Neubürgerinnen und Neubürger in der Zeit von 15.00 – 18.00 Uhr im Bürgerbildungszentrum Amadeu Antonio statt.

Über 1500 Einladungen wurden von der Stadt Eberswalde verschickt. Etwa ein Drittel davon gingen an Flüchtlinge.

Verbunden ist der Empfang mit einem Tag der offenen Tür, bei dem sich die Akteure im Haus und weitere Gäste vorstellen.Es gibt eine Führung vom Hochbauamtsleiter Bert Bessel kommentiert von einer Putzfrau. In der Bibliothek spielt Fabrizio Furci auf der Gitarre und immer irgendwo im Haus wird ein Hang (Berndeutsch für Hand) gestreichelt und getippt.

Das Bürgerbildungszentrum Amadeu Antonio eröffnete im August vergangenen Jahres und ist in kurzer Zeit zu einem Ort der Begegnung und des Austausches geworden.

Hier ist auch das Büro der Freiwilligenagentur der Bürgerstiftung Barnim Uckermark. Ein Schwerpunkt von Katja Schmidt und Thomas Mboya Ochieng ist die Vermittlung und Begleitung von Unterstützer_innen von Flüchtlingen. Thomas Mboya Ochieng übt zudem einen aktivierenden Part aus. Flüchtlinge finden in ihm einen Ansprechpartner, dem sie vertrauen und der sich kompetent auf ihre Bedürfnisse einlässt.

An diesem Tag dabei: die Kreismusikschule, der Zoo, die Kita “Haus der kleinen Forscher” mit Bastelständen und einem Labor

Weitere Termine im BBZ Amadeu Antonio:

Montag, 5. Oktober, 11.00 Uhr – Pressekonferenz zur Veranstaltungsreihe TOHUWABOHU

Mittwoch, 14. Oktober, 19.00 Uhr – Performance “Guter Flüchtling – Schlechter Flüchtling” mit Hamze Bytyci in der Bibliothek

Dienstag, 2. November – Arbeitskreis der Kulturverwaltungen im Land Brandenburg, Thema: “Willkommenskultur in Brandenburg”

Donnerstag, 12. November, 19.30 Uhr – Alle Nähe fern, musikalische Buchlesung mit André Herzberg zugunsten der Arbeit von Amcha e.V. in der Bibliothek

Freitag, 20. November, 19.30 Uhr – Rassismus wahrnehmen, benennen und zu seiner Überwindung beitragen. Impulsreferat und Aussprache von und mit Austen P. Brandt, Vorsitzender von Phoenix e.V.

Freitag, 4. Dezember, 18.00 Uhr - Verleihung des Amadeu-Antonio-Preises für kreatives Engagement für Menschenrechte, gegen Rassismus und Diskriminierung

Sonntag, 6. Dezember, 15.00 Uhr – Gedenken am 25. Todestag von Amadeu Antonio - “Wir sind hier, Bruder Amadeu”, Ort: Gedenktafel an der Eberswalder Str. 26

Donnerstag, 10. Dezember, 19.30 Uhr (Tag der Menschenrechte) – “Mein Weg vom Kongo nach Europa” Zwischen Widerstand, Flucht und Exil, Autorenlesung und Gespäch mit Emmanuel Mbolela in der Bibliothek

Falko Lüdtke – ein Todesopfer rechtsextremer Gewalt in Eberswalde

Nach 15 Jahren ist Falko Lüdtke von staatlicher Seite als Opfer rechtsextemer Gewalt anerkannt worden. Die offizielle Zahl der Todesopfer verdoppelt sich in Brandenburg von neun auf insgesamt 18 Personen. 2 der Getöteten kamen aus Eberswalde.

Das politische Motiv war in beiden Fällen tatleitend. Verurteilt wurde im Fall von Falko Lüdtke ein Einzelner zu einer geringen Haftstrafe.

Und in beiden Eberswalder Fällen war es eine Gruppentat, so jedenfalls die Aussage aus dem aktuellen SCHATTENBERICHT der Opferperspektive Brandenburg.

Aus dem Artikel „Für mich ist es erst abgeschlossen, wenn ich die ganze Wahrheit weiß“:

“Falko liegt auf der Spechthausener Straße, blutüberströmt, Knochen gucken aus seinem Bein heraus. Um ihn herum stehen lauter Faschos, die Erste Hilfe zu leisten versuchen. Wir waren schockiert, fuhren sofort ins Krankenhaus, aber ein Gedanke war da: Wenn Faschos um ihn herum stehen, ist das kein Zufall. Dann haben die auch etwas damit zu tun.”

“Mein Eindruck war, dass die Leute in der Stadt eher sauer waren und keinen Bock auf einen zweiten Amadeu Antonio hatten. Schon wieder guckte alle Welt auf Eberswalde.”

Unterstützung für Flüchtlinge in Eberswalde

Im Angesicht der Flüchtenden wollen viele Eberswalder_innen ewas tun und fragen, wie und wo kann mensch helfen. Neben dem Agieren des Landkreises Barnim gibt es in Eberswalde eine Reihe von zivilgesellschaftlichen Gruppen, bei denen mensch Anschluss und somit Gelegenheit zur Unterstützung von Flüchtlingen finden kann. Hier eine unvollständige Aufzählung:

Die Freiwilligenagentur der Bürgerstiftung Barnim Uckermark berät und vermittelt Helfende aus der Aufnahmegesellschaft. So begleiten Ehrenamtliche Jugendliche zum Fußball oder eine Gruppe junger Eritreerinnen im Alltag. Neben Katja Schmidt ist dort Thomas Mboya Ochieng als Ansprechpartner tätig. Die Freiwilligenagentur wird von der Koordinierungsstelle für Toleranz bei ihrer Tätigkeit unterstützt.

Die Räume und Aktivitäten im ZWISCHENRAUM stehen Flüchtlingen offen. In den Räumen in der Havellandstraße 15 im Brandenburgischen Viertel gibt es zudem Deutschunterricht durch die Initiative SofA (Solidarität für Asylbeweber_innen). In der Eisenbahnstraße 69 befindet sich der Tausch-, Leih- und Schenkeladen, der Flüchtlingen offen steht.

Ebenfalls in der Havellandstraße 15 befinden sich die Räume der Selbsthilfeorganisation Kontakt Eberswalde e.V.. Gegründet von russischsprachigen Zugewanderten ist die Unterstützung von Flüchtlingen Bestandteil der Arbeit des Vereins.

Der Afrikanische Kulturverein Palanca e.V. in der Coppistraße 3 ist zu einem wichtigen Anlaufpunkt geworden. Die neuste Aktivität ist eine Gruppe für Klein- und Kindergartenkinder, die sich einmal in der Woche trifft. Auskunft gibt der Vereinsvorsitzende Augusto Jone Munjunga.

Das nächste Treffen des Runden Tisches Willkommen in Eberswalde ist am kommenden Freitag um 17.00 Uhr im Bürgerbildungszentrum Amadeu Antonio in der Puschkinstraße 13 (Beratungsraum 225). Neben der Planung eigener Aktivitäten (Tafel beim Erntedank-Markt gemeinsam mit dem Verein Lokale Agenda 21 Eberswalde e.V., Beteiligung an der Interkulturellen Woche) informiert die Kreisverwaltung über den aktuellen Stand der Unterbringung von Flüchtlingen.