BLACK INTERVENTION

Hier ein Hinweis auf eine Veranstaltung im Ballhaus Naunynstraße, die ich heute besuchen werde. Auch in Eberswalde entblöden sich Menschen nicht (z.B. in Leserbriefen an die MOZ) und bestehen auf der Weiterverwendung des N – Wortes in Kinderbüchern.

Der Ankündigungstext:

Mehr als Worte – Aus Anlass der aktuellen Kinderbuchdebatte
Mit Joshua Kwesi Aikins, Simone Dede Ayivi, Nadine Golly, Noa Ha, Philipp Khabo Köpsell, Mekonnen Mesghena, Nadja Ofuatey-Alazard, Noah Sow
20. Februar 2013, 19 Uhr – Eintritt frei

Seit einigen Wochen tobt in Feuilletons und Kulturmagazinen eine Debatte, die erneut zeigt, wie weit die Mitte der deutschen Gesellschaft von einer Akzeptanz ihrer realen Vielfalt noch entfernt ist, und wie sehr es mit der Sensibilität für eine inklusive und herrschaftsfreie Sprache noch im Argen liegt. Sprache ist mehr als ein Kommunikationsinstrument. Sie ist auch ein Barometer sozialer Beziehungen und Verhältnisse. Bis heute aber bedienen sich zahlreiche populäre Kinderbücher der Spracharithmetik der Kolonialzeit.

Die durch Mekonnen Mesghena angestoßene sprachliche Anpassung des Kinderbuches „Die kleine Hexe“ hat in Deutschland und weit über die Grenzen hinaus große Wellen geschlagen.

Insbesondere die Nomenklatura der deutschsprachigen Feuilletonseiten verteidigt den Erhalt diskriminierender Begriffe in Kinderbüchern vehement und unter Anrufung verschiedenster Feindbilder: „Zensur“, „Sprachpolizei“, „Political Correctness“. Meinungsvielfalt: Fehlanzeige. Weiße Männer diskutieren miteinander über Rassismus, und darüber, ob Minderheiten sich diskriminiert fühlen dürfen oder nicht: Was damals für den weißen Mann richtig war, das kann heute nicht falsch sein. Nur zaghaft wurden einzelne Stimmen zugelassen, die koloniale Altlasten anprangerten.

Begleitet wird die Debatte mit persönlichen Diffamierungen, rassistischen Angriffen und Hassmails, insbesondere gegen den Initiator der Debatte.

Aus aktuellem Anlass bietet die Veranstaltung Black Intervention Raum für Schwarze, PoC und postmigrantische Stimmen und Perspektiven aus Wissenschaft und Kunst.

Hier ein Bericht über die Veranstaltung:

Pippi Langstrumpf im Herzen der Finsternis

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