Präambel zur Diskussion

Dieser Verwaltungsentwurf für eine Präambel zum Antirassismuskonzept der Stadt Eberswalde steht seit gestern zur Diskussion.

Eberswalde versteht sich als eine weltoffene Stadt.

Die Vorstellung eines nicht-rassistischen Gemeinwesens, in der alle Formen von ethnischer Diskriminierung der Vergangenheit angehören, muss uns heute als Utopie erscheinen.

Ein erreichbares Ziel ist aber eine anti-rassistische Stadt; eine Stadt, die bestrebt ist, stereotype und diskriminierende Vorstellungen über Menschen, die nicht der deutschen Mehrheitsgesellschaft angehören soweit wie möglich zurückzudrängen.

Diese Grundsätze leiten sich aus den normativen und moralischen Grundsätzen einer pluralistischen Gesellschaft ab, in der Religion, Geschlecht, sexuelle Orientierung, Hautfarbe und ethnische Zugehörigkeit für das Ansehen einer Person keine Rolle spielen dürfen.

Rassismus ist nicht vorrangig ein individuelles Phänomen. Rassistisches Denken und rassistische Praktiken prägen unseren Alltag und entfalten ihre soziale Wirkung.

Dem wollen wir mit einer Leitkultur des Zusammenlebens entgegenwirken.

Mit der Erstellung eines Antirassismuskonzepts drückt die Stadt Eberswalde die Ernsthaftigkeit ihres Bestrebens aus Rassismus zu verringern.

Das Antirassismuskonzept wird das Erreichte auf diesem Weg zusammenfassen und darauf aufbauend weitere konkrete Schritte zu einem gleichberechtigten Zusammenleben aller Bewohner/innen in Eberswalde entwickeln.

Adressaten des Konzepts und der Maßnahmen sind alle Eberswalder/innen und insbesondere kommunale Verwaltung und Politik, die ihr Handeln an den Vorstellungen diese Konzepts ausrichten.

Die Akteure der Zivilgesellschaft sind aufgefordert Politik und Verwaltung an diesem Konzept zu messen.

Es geht auch darum, von Rassismus Betroffene zu schützen und zu unterstützen und insbesondere ein Klima zu schaffen, in dem sie sich erfolgreich gegen Alltagsrassismus wehren können.

Ein Gedanke zu “Präambel zur Diskussion

  1. wer schreibt denn so etwas? eine „weltoffene“ stadt klingt erst einmal gut. aber was heißt das real?: für touristen, für investoren, für dönerverkäufer und prostituierte, aber nicht für die hier von rassismus betroffenen menschen? letztere kommen ja nicht aus der weiten welt, sondern aus unserer stadt und erleben hier immer wieder rassismus. den unterschied, den meine hautfarbe in den augen der weißen macht, erlebe ich täglich. hoffentlich wird das konzept besser als diese präambel.

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