Krimilesung in der Eberswalder Bibliothek am kommenden Montag – Erschoss der Verfassungsschutz die NSU-Mörder Mundlos und Böhnhardt?

Gestern wurde der neue Krimi von Wolfgang Schorlau in der ZDF-Sendung aspekte ausführlich vorgestellt, und schon an diesem Montag ist der Mann in Eberswalde und liest um 19.00 Uhr aus seinem Buch “Die schützende Hand”.

Die Nazis und Mörder Mundlos und Böhnhardt haben sich laut offizieller Version selbst erschossen. Im Wohnmobil, wo dieses geschah, aber keine Spuren vom Kopfschuss, keine Hirnmasse irgendwo. Für den Schriftsteller Wolfgang Schorlau ist dies ein deutlicher Hinweis, dass es sich nicht um Selbstmord handeln kann. Der Held Schorlaus, der Privatermittler Georg Dengler, soll heraus bekommen, wie die beiden Uwes tatsächlich zu Tode kamen. Die Spur führt ihn zu den deutschen Sicherheitsbehörden. Erzählt wird faktentreu vom NSU-Terror. Hinsichtlich der Todesursache entwickelt Schorlau eine eigene Theorie und spekuliert über eine Mittäterschaft von Angehörigen des Verfassungsschutzes, was der sich wohl gefallen lassen muss, denn vieles an Dokumenten zur NSU haben seine Mitarbeiter selbst geschreddert.

Amadeu Antonio Preis

Am 4. Dezember wird erstmalig der Amadeu Antonio Preis verliehen. Die Veranstaltung findet im Bürgerbildungszentrum Amadeu Antonio statt und beginnt um 18.00 Uhr. Die in diesem Sommer erstmals ausgelobte Auszeichnung richtet sich an Künsterinnen und Künstler, die sich in ihren Arbeiten kreativ für Menschenrechte engagieren. Insgesamt 284 Bewerbungen aus den Bereichen Darstellende und Bildende Kunst, Musik, Literatur sowie Bildung sind bei der Amadeu Antonio Stiftung und bei der Stadt Eberswalde eingegangen.

Die 8 Nominierten sind: Antilopen Gang: “Beate Zschäpe hört U2″, Banda Comunale: “Dresdner Neujahrsputz” und die “Prozession der Angsthasen”, Bühne für Menschenrechte: “Die Asyl-Monologe und die Asyl-Dialoge”, Dies Irae: Antirassistische Plakate, Breakdance-Performance von Raphael Hillebrand: “3 Brüder”, Zentrum für Politische Schönheit: Kinderfluchthilfe / Mauertote / “Die Toten kommen”, Saeed Foroghi: Paint my Face und Irene Maczurek: “Male einen Kreis”.

Textzeile “Beate Zschäpe hört U2″: Und Günter Grass schreibt ein neues Gedicht / Und Beate Zschäpe hört U2 / Und MaKss Damage landet ´nen Hit / Und Beate Zschäpe hört U2 / Und aus dem Jenseits lacht Jürgen Möllemann / Und der Holger Apfel fällt nicht weit vom Stamm / Und Max Mustermann zündet ein Flüchtlingsheim an / Deutschland, Deutschland du tüchtiges Land

30 Nazis hatten nichts zu sagen.

Klaus und Sybille Mann aus Finowfurt und René Herrmann aus Golzow waren 3 von 30 Nazis von der Partei Die Rechte, die am vergangenen Samstagvormittag 1 h im Lärmkessel von 500 Gegendemonstranten in Eberswalde standen. Worum es den Nazis ging, ist unbekannt, weil es zu laut um sie herum war. Uns ging es um ein Zeichen gegen menschenfeindliche Hetze.

Hier ein schöner Artikel aus der lokalen MOZ dazu.

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Krach statt Nazis

Der Nazisubkultur schwimmen schon seit längerem die Felle weg. Konzerte – Fehlanzeige. Die Flüchtlinge, die zu uns kommen, sind vielleicht ein Aufreger, der rechtsextremen Szene verschafft das Thema aber derzeit keinen Zulauf. Nun will es die Partei Die Rechte brandenburgweit wissen. Die Blamage ist vorprogrammiert.

Klaus (Mann) ist raus! – Heißt, wir erwarten 40 integrationsunwillige gewaltaffine Menschenhasser von der Partei Die Rechte.

Hier der offizielle Aufruf:

Die demokratischen Kräfte von Eberswalde rufen alle Bürgerinnen und Bürger der Stadt auf, Gesicht zu zeigen, für ein menschliches Eberswalde einzustehen. Am 3. Oktober 2015 sind in ganz Brandenburg neonazistische Kundgebungen geplant. Für Eberswalde hat Die Rechte Brandenburg ein Vorabtreffen am Bahnhof zwischen 10 und 10.20 Uhr angekündigt. Wir gehen davon aus, dass die eigentliche Kundgebung ab 10.45 Uhr im Leibnizviertel stattfindet. Deshalb bitten wir alle Bürgerinnen und Bürger der Stadt, um 10.30 Uhr ins Leibnizviertel zum Parkplatz NP-Discount/ Ärztehaus zu kommen. Mit Rasseln, Pfeifen, Töpfen und allem, was Krach macht, sollen neonazistische Äußerungen übertönt werden. Es soll gezeigt werden, Eberswalde ist eine Stadt, in der Menschen jeder Herkunft willkommen sind. Für ein menschliches Eberswalde! 
Die demokratischen Kräfte von Eberswalde sind alle Fraktionen der Stadtverordnetenversammlung, die Verwaltungsspitze, der Runde Tisch Willkommen in Eberswalde, die Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde und ihre Organisation AstA, die Flüchtlingsinitiative Sofa/Palanca, die Koordinierungsstelle für Toleranz und gegen Fremdenfeindlichkeit. Unterstützung erhalten sie von der Initiative Finowfurt nazifrei.
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9. Oktober – Empfang für Neubürgerinnen und Neubürger der Stadt Eberswalde im Bürgerbildungszentrum Amadeu Antonio

Am 9. Oktober findet der diesjährige Empfang für die Neubürgerinnen und Neubürger in der Zeit von 15.00 – 18.00 Uhr im Bürgerbildungszentrum Amadeu Antonio statt.

Über 1500 Einladungen wurden von der Stadt Eberswalde verschickt. Etwa ein Drittel davon gingen an Flüchtlinge.

Verbunden ist der Empfang mit einem Tag der offenen Tür, bei dem sich die Akteure im Haus und weitere Gäste vorstellen.Es gibt eine Führung vom Hochbauamtsleiter Bert Bessel kommentiert von einer Putzfrau. In der Bibliothek spielt Fabrizio Furci auf der Gitarre und immer irgendwo im Haus wird ein Hang (Berndeutsch für Hand) gestreichelt und getippt.

Das Bürgerbildungszentrum Amadeu Antonio eröffnete im August vergangenen Jahres und ist in kurzer Zeit zu einem Ort der Begegnung und des Austausches geworden.

Hier ist auch das Büro der Freiwilligenagentur der Bürgerstiftung Barnim Uckermark. Ein Schwerpunkt von Katja Schmidt und Thomas Mboya Ochieng ist die Vermittlung und Begleitung von Unterstützer_innen von Flüchtlingen. Thomas Mboya Ochieng übt zudem einen aktivierenden Part aus. Flüchtlinge finden in ihm einen Ansprechpartner, dem sie vertrauen und der sich kompetent auf ihre Bedürfnisse einlässt.

An diesem Tag dabei: die Kreismusikschule, der Zoo, die Kita “Haus der kleinen Forscher” mit Bastelständen und einem Labor

Weitere Termine im BBZ Amadeu Antonio:

Montag, 5. Oktober, 11.00 Uhr – Pressekonferenz zur Veranstaltungsreihe TOHUWABOHU

Mittwoch, 14. Oktober, 19.00 Uhr – Performance “Guter Flüchtling – Schlechter Flüchtling” mit Hamze Bytyci in der Bibliothek

Dienstag, 2. November – Arbeitskreis der Kulturverwaltungen im Land Brandenburg, Thema: “Willkommenskultur in Brandenburg”

Donnerstag, 12. November, 19.30 Uhr – Alle Nähe fern, musikalische Buchlesung mit André Herzberg zugunsten der Arbeit von Amcha e.V. in der Bibliothek

Freitag, 20. November, 19.30 Uhr – Rassismus wahrnehmen, benennen und zu seiner Überwindung beitragen. Impulsreferat und Aussprache von und mit Austen P. Brandt, Vorsitzender von Phoenix e.V.

Freitag, 4. Dezember, 18.00 Uhr - Verleihung des Amadeu-Antonio-Preises für kreatives Engagement für Menschenrechte, gegen Rassismus und Diskriminierung

Sonntag, 6. Dezember, 15.00 Uhr – Gedenken am 25. Todestag von Amadeu Antonio - “Wir sind hier, Bruder Amadeu”, Ort: Gedenktafel an der Eberswalder Str. 26

Donnerstag, 10. Dezember, 19.30 Uhr (Tag der Menschenrechte) – “Mein Weg vom Kongo nach Europa” Zwischen Widerstand, Flucht und Exil, Autorenlesung und Gespäch mit Emmanuel Mbolela in der Bibliothek

Falko Lüdtke – ein Todesopfer rechtsextremer Gewalt in Eberswalde

Nach 15 Jahren ist Falko Lüdtke von staatlicher Seite als Opfer rechtsextemer Gewalt anerkannt worden. Die offizielle Zahl der Todesopfer verdoppelt sich in Brandenburg von neun auf insgesamt 18 Personen. 2 der Getöteten kamen aus Eberswalde.

Das politische Motiv war in beiden Fällen tatleitend. Verurteilt wurde im Fall von Falko Lüdtke ein Einzelner zu einer geringen Haftstrafe.

Und in beiden Eberswalder Fällen war es eine Gruppentat, so jedenfalls die Aussage aus dem aktuellen SCHATTENBERICHT der Opferperspektive Brandenburg.

Aus dem Artikel „Für mich ist es erst abgeschlossen, wenn ich die ganze Wahrheit weiß“:

“Falko liegt auf der Spechthausener Straße, blutüberströmt, Knochen gucken aus seinem Bein heraus. Um ihn herum stehen lauter Faschos, die Erste Hilfe zu leisten versuchen. Wir waren schockiert, fuhren sofort ins Krankenhaus, aber ein Gedanke war da: Wenn Faschos um ihn herum stehen, ist das kein Zufall. Dann haben die auch etwas damit zu tun.”

“Mein Eindruck war, dass die Leute in der Stadt eher sauer waren und keinen Bock auf einen zweiten Amadeu Antonio hatten. Schon wieder guckte alle Welt auf Eberswalde.”

Unterstützung für Flüchtlinge in Eberswalde

Im Angesicht der Flüchtenden wollen viele Eberswalder_innen ewas tun und fragen, wie und wo kann mensch helfen. Neben dem Agieren des Landkreises Barnim gibt es in Eberswalde eine Reihe von zivilgesellschaftlichen Gruppen, bei denen mensch Anschluss und somit Gelegenheit zur Unterstützung von Flüchtlingen finden kann. Hier eine unvollständige Aufzählung:

Die Freiwilligenagentur der Bürgerstiftung Barnim Uckermark berät und vermittelt Helfende aus der Aufnahmegesellschaft. So begleiten Ehrenamtliche Jugendliche zum Fußball oder eine Gruppe junger Eritreerinnen im Alltag. Neben Katja Schmidt ist dort Thomas Mboya Ochieng als Ansprechpartner tätig. Die Freiwilligenagentur wird von der Koordinierungsstelle für Toleranz bei ihrer Tätigkeit unterstützt.

Die Räume und Aktivitäten im ZWISCHENRAUM stehen Flüchtlingen offen. In den Räumen in der Havellandstraße 15 im Brandenburgischen Viertel gibt es zudem Deutschunterricht durch die Initiative SofA (Solidarität für Asylbeweber_innen). In der Eisenbahnstraße 69 befindet sich der Tausch-, Leih- und Schenkeladen, der Flüchtlingen offen steht.

Ebenfalls in der Havellandstraße 15 befinden sich die Räume der Selbsthilfeorganisation Kontakt Eberswalde e.V.. Gegründet von russischsprachigen Zugewanderten ist die Unterstützung von Flüchtlingen Bestandteil der Arbeit des Vereins.

Der Afrikanische Kulturverein Palanca e.V. in der Coppistraße 3 ist zu einem wichtigen Anlaufpunkt geworden. Die neuste Aktivität ist eine Gruppe für Klein- und Kindergartenkinder, die sich einmal in der Woche trifft. Auskunft gibt der Vereinsvorsitzende Augusto Jone Munjunga.

Das nächste Treffen des Runden Tisches Willkommen in Eberswalde ist am kommenden Freitag um 17.00 Uhr im Bürgerbildungszentrum Amadeu Antonio in der Puschkinstraße 13 (Beratungsraum 225). Neben der Planung eigener Aktivitäten (Tafel beim Erntedank-Markt gemeinsam mit dem Verein Lokale Agenda 21 Eberswalde e.V., Beteiligung an der Interkulturellen Woche) informiert die Kreisverwaltung über den aktuellen Stand der Unterbringung von Flüchtlingen.

Zum “Flagge zeigen” gehört auch die Opfer rechtsextremer Gewalt zu würdigen.

Heute vor 15 Jahren wurde Falko Lüdtke durch einen Nazi in Eberswalde zu Tode gebracht.

Bis heute verwehren die Sicherheitsbehörden die Anerkennung der Tat als rechtsextremes Tötungsdelikt. Vielmehr wurden Angehörige der Zivilgesellschaft während der damaligen Ermittlungen durch die Kriminalpolizei unter Druck gesetzt, sich dahingehend nicht zu äußern.

Die Zugehörigkeit des Täters zu einer rechtsextremen Gruppe, die sich auch am Tattag in unmittelbarer Nähe versammelte, war nie Gegenstand öffentlicher Erörterungen. Es handelte sich dabei um Teile eines Milieus, von dem vor und nach dem Tod von Falko Lüdtke immer wieder Gewalttaten mit rechtsextremem und rassistischem Hintergrund ausgingen.

Ein offizielles Gedenken an den Tod von Falko Lüdke findet in Eberswalde bisher nicht statt.

Eine aktuelle Pressemitteilung des Vereins Opferperspektive findet sich hier.

Ergänzung: Nicht alle Polizisten sperrten sich damals gegen eine Diskussion und einen daraus möglichen Erkenntnisgewinn. Der Schutzbereichtsleiter war zu dieser Zeit Hans-Jürgen Klinder. Er führte intensive Gespräche mit dem Freundeskreis von Falko Lüdtke und das ganz offensichtlich ohne den Wunsch nach Informationen über die “linke Szene”.

1. Tagung zum kommunalen Antirassismuskonzept für Eberswalde am 17. Dezember 2014 im Bürgerbildungszentrum Amadeu Antonio

Die 1. Tagung zum kommunalen Antirassismuskonzept für Eberswalde findet am 17. Dezember 2014 in der Zeit von 17.00 – 19.00 Uhr im Bürgerbildungszentrum Amadeu Antonio / Saal statt.

Wie kann der Schutz gegen rassistische Diskriminierung effektiv gestaltet werden?

Unser Ziel ist es, eine zukunftsträchtige Strategie gegen rassistische Diskriminierung in Eberswalde zu entwickeln. Um diesen Prozess einzuleiten ist ein inklusiver Austausch auf kommunaler Ebene notwendig. Dahingehend sollen auf der Tagung Repräsentantinnen und Repräsentanten unterschiedlicher Communities zur Sprache kommen und gemeinsam mit der Stadtverwaltung und -gemeinschaft gemeinsam diskutieren, welche Schutz- und Präventionsmaßnahmen gegen rassistische Diskriminierung getroffen und umgesetzt werden können.

Auf dieser Grundlage soll ein Antirassismuskonzept entstehen, in das die Mesnchen in Eberswalde ihre Ideen einfließen lassen und das uns dann gemeinsam handeln lässt.

Seid dabei!

Anschließend um 19.15 Uhr Konzert mit JoKaa!

 

Gefördert im Programm “TOLERANZ FÖRDERN. KOMPETENZ STÄRKEN” vom Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend im Lokalen Aktionsplan Barnim und von der Stiftung :do.

Veranstaltet von der Koordinierungsstelle für Toleranz Eberswalde gemeinsam mit dem Kulturamt der Stadt Eberswalde und der Amadeu Antonio Stiftung.

Unterstützt von Label Noir.